Turnen WM
WM-Turnerinnen dank Tschussowitina auf Platz elf

Oksana Tschussowitina, die seit kurzem deutsche Staatsbürgerin ist, hat die deutsche Kunstturnriege bei der WM in Aarhus vor einem Debakel bewahrt. Die Dttb-Mädchen liegen nun nach sieben Durchgängen auf Platz elf.

Dank Oksana Tschussowitina haben die deutschen Kunstturnerinnen bei den Weltmeisterschaften in Aarhus wenigstens das Minimalziel erreicht. Die 31 Jahre alte Weltklasseathletin, seit knapp zwei Wochen im Besitz eines deutschen Passes, führte die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) nach einem desaströsen Auftakt am Schwebebalken mit insgesamt sechs Stürzen in ruhigeres Fahrwasser und bewahrte die Mädchen vor einem Debakel.

Nach den ersten sieben Qualifikationsdurchgängen am Montag - drei finden erst am Dienstag statt - liegt das Sextett von Bundestrainerin Ulla Koch auf dem elften Platz der Mannschaftswertung. Rang eins nimmt die USA deutlich vor Rumänien und Australien ein. Damit ist den DTB-Mädchen unter insgesamt 34 Riegen Platz 24 nicht mehr zu nehmen, die Mindestplatzierung, um sich für die Welttitelkämpfe 2007 in Stuttgart zu qualifizieren. In der Hanns-Martin-Schleyer-Halle werden dann die Olympia-Tickets für Peking 2008 vergeben.

"Ich war schon ein bisschen nervös, weil ich zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder ein Teil einer Mannschaft war. Aber ich habe mich bemüht, das nicht so sehr zu zeigen", sagte die gebürtige Usbekin, die Anfang der neunziger Jahre zu den Auswahlriegen der Udssr und der GUS gehörte, in der Folgezeit aber nur noch als Einzelturnerin für Usbekistan in Erscheinung trat. Seit 1998 lebt sie in Köln, an der dortigen Universitätsklinik wurde ihr mittlerweile sieben Jahre alter Sohn Alischer wegen einer lebensgefährlichen Leukämieerkrankung behandelt.

"Sind nicht mehr so hektisch"

Das Verbergen ihrer Nervosität war offenkundig außerordentlich erfolgreich, denn ihre Teamkolleginnen nahmen die Mannschafts-Olympiasiegerin von 1992 während des Wettkampfs als äußerst gelassen wahr. "Allein ihre Anwesenheit beruhigt uns, wir sind einfach nicht mehr so hektisch", sagte die deutsche Mehrkampf-Meisterin Daria Bijak, die von Fußverletzungen gehandicapt nicht zu ihrer besten Form fand.

Dank ihrer Allround-Qualitäten dürfte Tschussowitina sicher das Mehrkampf-Finale am Donnerstag (19.30 Uhr) erreichen. Mit zwei soliden Sprüngen hat sie auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Platz in der Geräteentscheidung beim Sprung am Freitag (19.00 Uhr/live bei Eurosport) gebucht.

Mit Tschussowitina, Bijak und auch der deutschen Vize-Meisterin Kim Bui aus Tübingen zeigte sich Bundestrainerin Ulla Koch zufrieden, mit anderen Athletinnen nicht. Besonders Heike Gunne (Niedergirmes) dürfte es spätestens im kommenden Jahr, wenn die bei der EM erfolgreichen Juniorinnen nachrücken, schwer haben, ihren Platz im Team zu behaupten.

"Es müssen Stammplätze hinterfragt werden. Ich werde in Zukunft nicht mehr alle Kompromisse eingehen, speziell, was die Trainingsumfänge angeht", erklärte Koch. Die Cheftrainerin verwies aber auch auf das Verletzungspech ihrer Riege: "Katja Abel und Jenny Brunner haben uns sehr gefehlt." Die Chemnitzerin Brunner hatte sich beim Podiumstraining in der Nrgi-Arena die Schulter ausgekugelt, die EM-Dritte Abel bei der ersten WM-Qualifikation in Berlin einen doppelten Bänderriss im Fuß zugezogen.

Männer ohne Medaillenchance

Am Dienstag (19.00 Uhr/live bei Eurosport) wird im Mannschafts-Finale der Männer der erste Titel vergeben. Die deutsche Riege ist für diesen Endkampf qualifiziert, geht jedoch ohne Medaillenchance an die Geräte.

© SID

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