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Tusem und Wallau vor ungewisser Zukunft

Die Traditionsklubs Tusem Essen und SG Wallau-Massenheim stehen einen Tag nach dem Zwangsabstieg vor einem Scherbenhaufen. Während die Essener noch relativ gefasst reagierten, gab es bei den Hessen neuen Ärger.

Für die Traditionsklubs Tusem Essen und SG Wallau-Massenheim geht es nach dem Zwangsabstieg aus der Handball-Bundesliga nun darum, einen geregelten Neuanfang auf die Beine zu stellen. Während in Essen Tusem-Urgestein Klaus Schorn relativ gefasst versucht, die Zerstörung seines Lebenswerkes zu verhindern, tritt Wallau mit lautem Getöse den Rückzug in die Regionalliga an.

Bohmann: "Wallau hat gelogen und betrogen"

Ein angeblich absichtlich verschwiegener Insolvenzantrag der Hessen schlug auch einen Tag nach dem Spruch des Ständigen Schiedsgerichts am Donnerstag hohe Wellen. "Wallau hat gelogen und betrogen. Es gab um diese Insolvenz schon länger Gerüchte, aber vor Gericht konnten sie nicht mehr lügen", meinte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann, der keine weiteren rechtlichen Schritte gegen die Wallauer Führung erwägt: "Es war vor allem wichtig für die Schärfung des Profils der Liga, dass die Machenschaften von Wallau aufgedeckt worden sind."

Bei den mit 1,36 Mill. Euro verschuldeten Hessen riefen solche Äußerungen Kopfschütteln hervor. Nach SG-Darstellung habe es zwischen der Handball-Bundesliga (HBL) sowie dem Klub und Insolvenzverwalterin Claudia Jansen angeblich eine Übereinkunft gegeben, wonach der im April von Ex-Geschäftsführer Volker Haase gestellte Antrag auf Eigeninsolvenz nicht relevant sei. "Hätte die HBL uns gesagt, dass das doch der Fall ist, hätten wir uns das ganze Geld für Anwälte, Gutachten und so weiter gespart", erklärte Geschäftsstellenleiter Henrik Ziegler.

Schorn hofft auf Verbleib der Spieler

In Essen müht sich derweil Schorn, seit 1946 als damals 12-Jähriger Tusem-Mitglied und seit 1976 Leiter der Handball-Abteilung, in einem Brief an die Spieler um Schadensbegrenzung. "Ich habe gelernt, zu ertragen, was man nicht ändern kann, und mit Würde preiszugeben, was nicht mehr zu retten war", schrieb der Tusem-Patriarch und forderte die Spieler auf, ihm mitzuteilen, unter welchen Umständen sie dem Verein treu bleiben würden.

© SID

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