TV-Rechte
ARD und ZDF greifen nach Olympia

Der Poker um die Fernsehrechte für die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi und die Sommerspiele 2016 beginnt. Bis spätestens zum 31. Juli müssen die Sender eine erste Karte spielen: Das Internationale Olympische Komitee verlangt ein Angebot mit einer konkreten Summe. Dieses Mal ist einiges anders – und ARD und ZDF nicht mehr allein unter sich.

KÖLN. Bei dieser Runde hat das IOC völlig neue Regeln aufgestellt. Im Gegensatz zu den vergangenen fünf Jahrzehnten vergibt der Verband die Rechte nicht mehr komplett an die Europäische Rundfunkunion EBU, die Dachorganisation der Öffentlich-Rechtlichen. Diesmal vermarktet die Institution selbst die Rechte für Fernsehen, Internet und Mobilfunk – in der Hoffnung, noch mehr Geld herauszuholen.

Ob die hohen Erwartungen des IOC mitten in der Weltwirtschaftskrise überhaupt Wirklichkeit werden, gilt in Branchenkreisen als unwahrscheinlich. Denn ARD und ZDF sind nicht mehr wie früher bereit, hohe Preissteigerungen mitzumachen. „Unsere Bereitschaft, etwas draufzulegen, ist gering“, sagte ein Vertrauter von ZDF-Intendant Markus Schächter in Mainz.

Auch die ARD gibt sich zurückhaltend. „Bevor wir nicht einmal wissen, wo die Spiele 2016 stattfinden, können wir schlecht ein Angebot abgeben“, sagte der Sprecher des ARD-Vorsitzenden und Südwestrundfunk-Intendanten Peter Boudgoust in Stuttgart. Bei dem Poker um die deutschen TV-Rechte geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag.

In den vergangenen Jahrzehnten waren die Sender dem IOC gegenüber großzügig. So gingen die europäischen TV-Rechte für die Olympischen Winterspiele im nächsten Jahr im kanadischen Vancouver und die Sommerspiele 2012 in London für die Rekordsumme von 614 Mio. Euro an die EBU. IOC-Vizepräsident Thomas Bach jubelte über die Steigerung „zwischen 40 und 50 Prozent“.

Nun aber bricht eine neue Zeitrechnung an. Denn erstmals müssen die Sender selbst um die TV-Rechte bieten. In Deutschland sind ARD und ZDF nicht allein: So gibt der Bezahlsender Sky (früher Premiere), eine Tochter des amerikanischen Medienkonzerns News Corporation, ein Angebot ab. „Wir beteiligen uns an der Ausschreibung“, bestätigte ein Sky-Sprecher in Unterföhring. Zur Höhe des Gebots machte er keine Angaben.

Auch der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 hat bisher noch kein Angebot abgeschickt. Allerdings befindet sich Deutschlands größter TV-Konzern in Gesprächen mit dem IOC. Das bestätigte ein Konzernsprecher auf Anfrage.

Ein Konkurrent um die Rechte in Deutschland ist der Sportrechtehändler Sportfive. Ein Sprecherin sagte: „Natürlich sind für uns – als Rechtehalter für Resteuropa – auch die anderen Märkte von großer Bedeutung. Es handelt sich um ein absolutes Premium-Recht.“

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