TV-Sportrechte
TV-Rechte geraten unter Preisdruck

Die Vermarkter von TV-Sportrechten müssen sich auf härtere Zeiten einstellen. Angesichts sinkender Werbeeinnahmen überprüfen Fernsehsender ihre Investitionen in die Sport-Berichterstattung. Im Kampf um Sportrechte fürchten die Sender eine Zweiklassengesellschaft.

FRANKFURT „Der Sportrechte-Markt bewegt sich vom finanziellen Niveau her nach unten“, sagte Frank Robens, Leiter Sportrechte-Management bei RTL, gestern auf dem Sponsors-Medienforum in Frankfurt. Hintergrund sei der „bedrohliche“ Einbruch am Werbemarkt: „Wir werden mehr darauf achten müssen, wie wir unsere Mittel einsetzen.“ Die Investitionsfähigkeit sei eingeschränkt.

Nicht nur Privatsender wie RTL sorgen für Druck bei den Preisen für TV-Rechte. Auch beim ZDF werde es „finanzielle Einschränkungen beim Erwerb von Sportrechten geben“, sagte Michael Amsinck, Sportrechte-Beauftragter des Mainzer Senders.

Zuletzt hatte sich das ZDF von der Übertragung der Box-Kämpfe des Universum-Stalls verabschiedet. Der auf geschätzte 20 Mio. Euro pro Jahr dotierte Vertrag läuft im Sommer 2010 aus. Doch nicht nur beim Boxen knapst der Sender: Chefredakteur Nikolaus Brender kündigte vor kurzem an, dass der Sender seine Ausgaben im Sportbereich insgesamt einschränken werde.

Gegen den Trend würden nur die Rechte an Veranstaltungen wie der Fußball-Bundesliga, Formel 1 oder Champions League an Wert gewinnen, sagte Oliver Reichert, Geschäftsführer des Deutschen Sportfernsehens (DSF). Jedoch werde die Wertsteigerung geringer ausfallen. „Zweistellige Zuwachsraten gehören der Vergangenheit an“, sagte er.

Zieht sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen zurück, werden die privaten Anbieter nicht mit ähnlich hohen Summen einspringen können. So zeigte Reichert auf Anfrage kein Interesse an den Rechten für die Universum-Wettkämpfe, die bisher beim ZDF liegen. „Die Chance, einen solchen Boxkampf zu refinanzieren, ist für uns nicht gegeben“, sagte er.

Generell kritisierte der DSF-Geschäftsführer die fehlende Chancengleichheit im Wettbewerb um Sportrechte zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. „Das ist eine Zweiklassengesellschaft. Die Werbekrise wird das verschärfen.“

Er plädierte bei Großereignissen für mehr Kooperation der Sender untereinander. „Wir sind zu Partnerschaften bereit“, sagte Reichert. Die Rechte sollten für die Mehrfach-Verwendung konfektioniert werden. „Die Olympischen Spiele haben das Potenzial, auf vielen Sendern stattzufinden. Sie müssen nicht wie früher in Dritten Programmen oder auf Digitalkanälen versendet werden.“

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