sonstige Sportarten
Überragende Hobbyspieler im WM-Halbfinale

Die erste WM-Medaille haben Deutschlands Beachvolleyballer dank der Hobbyspieler sicher. Das Duo Schoen/Polte wurden von 8 000 Zuschauern in Berlin nach dem Halbfinaleinzug ebenso frenetisch gefeiert wie Brink/Schneider.

Im glühend heißen Sand von Berlin haben die Hobbyspieler für die deutschen Beachvolleyballer das Eisen auf dem Feuer geholt. Die erste WM-Medaille überhaupt hat Deutschland dank Hobbyspieler Thorsten Schoen und seinen sensationellen Kollegen sicher. 8 000 fanatische Zuschauer sangen "Happy Birthday", nachdem Schoen an seinem 33. Geburtstag mit seinem Partner Marvin Polte die märchenhafte Erfolgsstory mit dem Einzug ins Halbfinale am Sonntag gekrönt hatte. Zuvor waren bereits Julius Brink/Kjell Schneider überraschend in die Runde der letzten vier eingezogen. Bisher war ein fünfter Platz von Ulrike Schmidt/Gudula Staub im Jahr 1999 die beste deutsche WM-Platzierung.

"Vom Tellerwäscher zum Millionär, das ist einfach unfassbar. Besonders freut mich, dass jetzt die deutsche Medaille sicher ist. Ich dachte allerdings, dass ich das am Fernsehen miterlebe", meinte Bankkaufmann Schoen nach dem 2:0 (21:19, 21:17) gegen die Kubaner Alvarez/Ramirez Bernal: "Das Publikum hat uns am Leben gehalten, ansonsten hätten wir bei 1 000 Grad da draußen auf dem Court nicht überlebt."

Respekt der Gegner erarbeitet

Der in der Feldabwehr überragende Marvin Polte musste nach dem Triumph wegen Kreislaufproblemen behandelt werden, während Blockspezialist Schoen sich wie ein Gladiator als neuer Held des deutschen Beachvolleyballs feiern ließ.

"Jetzt kann uns gar nichts mehr passieren. Alle zittern vor uns", sagte Schoen auf die Frage nach dem möglichen Einzug ins Finale am Sonntag (15:15 Uhr/RTL live) und küsste seine Freundin Silke: "Wenn ich das Ding hier gewinne, stelle ich in meiner Kreissparkasse Nordhorn ein Schild mit der Aufschrift Weltmeister auf." Ein bis zweimal pro Woche hatte der Amateur vor der WM trainiert, war als letzter Nachrücker ins Feld gerutscht, jetzt hat der Vermögensberater gemeinsam mit seinem Partner 26 000 Dollar verdient. Gleiches gilt für den jungen Vater Kjell Schneider und seinen Kollegen Julius Brink, die nach dem 2:1 (21:15, 13:21, 15: 10) gegen die Esten Kais/Vesik fassunglos im heißen Sand zusammenbrachen.

"Die beste WM aller Zeiten"

"Was jetzt noch passiert, ist völlig egal. Wir haben jetzt schon die größte Leistung unseres Lebens vollbracht", kommentierte Brink. Vor lauter Nervosität fiel ihm im entscheidenden dritten Satz sogar ein Ball beim Aufschlag aus der Hand ("Das ist das Gleiche, als würde in der Formel 1 jemand rückwärts losfahren"), doch auch diesen Rückschlag verdaute das Team mit Hilfe der fantastischen Zuschauer.

"Das ist das wahnsinnigste Publikum, das ich je erlebt habe, und definitiv die beste WM aller Zeiten", meinte Brink. Das Erfolgsrezept in den entscheidenden Spielen am Sonntag - Halbfinale und Finale oder Spiel um Platz drei - sei jetzt "nicht Nachdenken."

Dieckmann/Reckermann auf Rang neun

Die beiden deutschen Sensationsteams sprangen für die als Goldfavoriten angetretenen Markus Dieckmann/Jonas Reckermann (Moers) in die Bresche, die nur Platz neun belegten. Das deutsche Topduo vergab in der Verliererrunde zwei Matchbälle und unterlag mit 1:2 (21:19, 16:21, 16:18) gegen die US-Amerikaner Rogers/Dalhausser. Reckermann: "Die WM ist grandios, aber wir waren nicht gut genug für eine Medaille. Die anderen beiden deutschen Teams hatten einfach nicht so viel Druck wie wir. Jetzt sollen sie auch Weltmeister werden."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%