Überraschungssieger in der Alpinen Kombination
Diese Geschichte kann nur Olympia schreiben

Sie hatten alle drei Grund zur Freude. Doch die Art und Weise, wie die Medaillengewinner der Alpinen Kombination damit umgingen, war völlig verschieden. Der eine bekam plötzlich Angst vor der Zukunft, der andere vergoss Tränen, der dritte freute sich über eine Party-Einladung.

HB TURIN. In den Armen seiner kranken Schwester Janica weinte Ivica Kostelic Tränen der Freude über Silber, Olympiasieger Ted Ligety aber stand nach seinem Sensations-Gold in der alpinen Kombination mit stoischer Ruhe daneben. "Ich habe keine Idee, inwiefern sich mein Leben verändern wird", sagte der Amerikaner. Doch auf zu viel Trubel hat der 21-Jährige keine Lust: "Ich bin sehr zufrieden, deshalb hoffe ich, dass vieles beim Alten bleibt." Immerhin lud er Partylöwen und Bronzemedaillen-Gewinner Rainer Schönfelder aus Österreich zu einer Feier ein. "Bei uns ist immer was los", sagte der US-Boy.

Der steile Aufstieg Ligetys wäre beinahe in den Anfängen verhindert worden. "Vor fünf Jahren wollte Ted in Park City in den Ski-Club eintreten, da wollten sie ihn zuerst nicht haben", erzählte der Präsident des Internationalen Skiverbandes, FIS, Gian-Franco Kasper. Bei aller Begeisterung über den furiosen Auftritt des Amerikaners und trotz toller Werbung für seinen Sport bei der ersten alpinen Entscheidung unter Flutlicht war der FIS-Chef nicht ganz zufrieden: "Die Slalomfahrer werden viel zu sehr bevorzugt. 2010 in Vancouver werden wir den Modus ändern und so wie im Weltcup eine Super-Kombination fahren", kündigte er eine Regeländerung an.

Alle drei Medaillengewinner der Allround-Entscheidung sind Slalom- Spezialisten und haben im Abfahrtsweltcup keinen einzigen Punkt zu Buche stehen. Wäre Gold auch in Sestriere nach dem im vergangenen Winter eingeführten Modus mit nur einem Slalom-Lauf nach der Abfahrt vergeben worden, hätte Ligety lediglich Bronze gewonnen. Dass sein Landsmann Miller disqualifiziert wurde und Weltcup- Spitzenreiter Benjamin Raich mit Zwischenbestzeit ausrutschte, wollte auch Ligety nicht erfreuen. "Ich hätte lieber die Besten geschlagen", sagte er.

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