sonstige Sportarten
Ullrich glaubt an zweiten Tour-Sieg

Für Jan Ullrich ist das Karriereende nicht mehr "weit weg". Doch der Kapitän des T-Mobile-Teams will nach dem Rücktritt des US-Amerikaners Lance Armstrong noch einmal die Tour de France gewinnen.

Jan Ullrich macht sich Gedanken über seine Zukunft: Nachdem auch der letzte Angriff auf den "Tourminator" Lance Armstrong quasi gescheitert ist, stellt sich für Jan Ullrich mehr denn je die Frage nach seiner Zukunft. "Das Ende ist nicht mehr weit, aber ich habe große Probleme, mir dieses neue Leben vorzustellen", erklärte der T-Mobile-Kapitän bei der Tour de France unlängst in der französischen Sportzeitung L´Equipe, betonte aber: "Der Toursieg bleibt mein Ziel. Daran ändert auch der Rücktritt von Lance Armstrong nichts."

Vertrag bis 2006

Bis 2006 steht Ullrich beim T-Mobile-Team noch unter Vertrag, konkrete Aussagen zu seiner Zukunft vermeidet der 31-Jährige beharrlich. "Was nach der Tour kommt, wird man sehen", so der gebürtige Rostocker knapp. T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer glaubt aber nicht an einen Rücktritt von Ullrich: "Ich denke, er ist heiß auf die Tour und will sie noch einmal gewinnen." Das sieht der frühere deutsche Straßen-Weltmeister Rudi Altig anders: "Ich habe das Gefühl, dass er keinen Spaß mehr an seinem Beruf hat."

» Foto-Tour: die Frankreich-Rundfahrt in Bildern

Acht Jahre ist es inzwischen her, als Ullrich im Alter von 23 Jahren die Tour gewonnen hat. Vom neuen Miguel Indurain, vom "Wunderkind" (L´Equipe) war die Rede. Doch seitdem läuft er seinem großen Traum nur noch hinterher. Viermal Zweiter, einmal Vierter und zweimal aus Verletzungsgründen gefehlt - so lautet Ullrichs Bilanz seit 1997. In dem sechsmaligen Toursieger Lance Armstrong hat er seinen Meister gefunden.

Für Riis ist Basso der Stärkere

So glaubt Ullrichs früherer Teamkollege und jetzige CSC-Teamchef Bjarne Riis nicht mehr daran, dass Ullrich überhaupt noch einmal den Tour-Thron besteigen könnte: "Im nächsten Jahr gewinnt Basso die Tour. Die letzten Tage haben gezeigt, dass Ivan der Bessere von den Beiden ist." T-Mobile-Teamchef Walter Godefroot ist von seinem Schützling indes überzeugt, wie der Belgier im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) erklärt: "Ich glaube nach wie vor, dass Jan und Lance nicht soweit auseinander liegen. Sie sind die Besten."

Als ein großes Ziel bezeichnete Ullrich auch stets den Gewinn des Giro d´Italia - die einzige dreiwöchige Rundfahrt, die dem Wahl-Schweizer noch in seiner Titel-Sammlung fehlt. Dagegen spricht aber der frühe Termin Anfang Mai.

Doch das ist für Ullrich derzeit nur Zukunftsmusik, für den 31-Jährigen ist momentan nur der Sprung auf einen Podiumsplatz wichtig. "Es wird schwer, aber ich werde alles geben", so der Olympiasieger von 2000, der vor allem auf das abschließende Zeitfahren am Samstag in St. Etienne setzt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%