Ullrich zeigt sich kämpferisch
Von Aufgabe keine Spur

Nach seinem Sturz und dem enttäuschenden Abschneiden beim Zeitfahren haben viele Jan Ullrich schon abgeschrieben. Aber der T-Mobile Profi gibt sich betont kämpferisch und will es nochmal allen zeigen.

HB TOURS. Jan Ullrich glaubt weiter an den möglichen Toursieg. Das bekräftigte der T-Mobile-Kapitän am Dienstag in Zeitungs- Interviews. Der 31-Jährige, der vor dem Start der 92. Tour de France bei einem Trainingsunfall in die Heckscheibe seines Begleitwagens stürzte, will trotz des bereits im ersten Zeitfahren erlittenen Rückstandes weiter kämpfen und hat nie an Aufgabe gedacht. "Ich glaube ganz fest an meine Siegchance und werde Armstrong bei jeder Gelegenheit angreifen", sagte er der "Bild".

"Der diesjährige Auftakt ändert nichts an der Tatsache, dass ich gewinnen will. Den Wert meines Siege von 1997 stellt niemand in Zweifel, obwohl Lance nicht dabei war. Auch im nächsten Jahr werde ich wieder versuchen, die Tour zu gewinnen - ohne Armstrong", sagte Ullrich der "L'Èquipe". In "Bild" erklärte er weiter: "Ich habe mich gut vorbereitet. Die Form kann durch den Sturz nicht weg sein. Also habe ich die gleichen Chancen wie vor dem Start. Ich glaube nicht, dass die Tour-Entscheidung im 60-Sekunden-Bereich fallen wird."

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Erst am Sonntag, zwei Tage nach dem Sturz und einen Tag nach seinem Einbruch beim Zeitfahren, bei dem er auf Armstrong 1:06 Minuten verlor, sei er wieder richtig zu sich gekommen. Nach dem Unfall, bei dem Ullrich eine Schnittwunde unmittelbar neben der Halsschlagader davongetragen hatte, habe er sich "wie unter einer Glocke" gefühlt.

Er habe nie an Aufgabe gedacht und bei der Tour schon Schlimmeres erlebt: "Zum Beispiel die erste Tourwoche im Vorjahr, als ich wegen meiner Erkältung Antibiotika nehmen musste." Auch Team-Arzt Lothar Heinrich machte ihm Mut. Ullrichs Test-Werte im Tour-Vorfeld deuteten darauf hin, dass er mindestens mit Armstrong mithalten könnte, wenn nicht sogar leistungsmäßig über ihm stehen müsste. Die Auswirkungen des Trainingsunfalls auf die Psyche und das Trauma des Überholtwerdens beim Zeitfahren sind allerdings nicht messbar.

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