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Umstrittene Punktniederlage für Köber bei Box-DM

Am Finaltag der 83. Box-DM in Mülheim/Ruhr hat Sebastian Köber überraschend im Superschwergewicht gegen Boris Boshenko verloren. Der 20-Jährige siegte nach Punkten mit 36:28 und fährt damit zur WM nach Mianyang.

Sebastian Köber (Frankfurt/Oder) hat am Finaltag der 83. Deutschen Box-Meisterschaften in Mülheim/Ruhr überraschend den DM-Titel verpasst. Der Olympia-Dritte von 2000 unterlag dem erst 20 Jahre alten Boris Boshenko (Verden) nach Punkten mit 28:36. Damit löste der "Nobody" das Ticket für die 13. Weltmeisterschaften vom 11. bis 21. November im chinesischen Mianyang. Ronny Beblik (Chemnitz/Halbfliegen), Enrico Wagner (Cottbus/Leicht) und Alexander Powernow (Gifhorn/Schwer) verteidigten dagegen ihre Titel aus dem Vorjahr.

"Ich fühle mich betrogen"

"Ich fühle mich betrogen. Ich kann das Punktergebnis nicht nachvollziehen", schimpfte Köber nach seiner Niederlage gegen den norddeutschen Vizemeister. Während viele Beobachter die Entscheidung der Punktrichter ebenfalls nicht verstehen konnten, blieb Bundestrainer Helmut Ranze (Worms) hart: "Er soll sich den Kampf im Fernsehen noch einmal anschauen. Das Ergebnis war o.k. Für China hat Sebastian Köber keine Chance mehr."

In den zehn weiteren Gewichtsklassen fielen die Entscheidungen eindeutiger. Enrico Wagner feierte durch einen 25:13-Erfolg im Leichtgewicht über Sergej Haan (Augsburg) bereits seinen vierten nationalen Titel in Folge. In der zweiten Runde hatte der Serien-Champion seinen Widersacher mit einem Leberhaken zu Boden geschickt und damit die Entscheidung erzwungen. Wenig Probleme hatte auch Rustam Rahimow (Velbert) bei seinem Sieg im Bantamgewicht. Der Olympia-Dritte von Athen setzte sich nach Punkten mit 40:6 gegen Marcel Schneider (Fürstenwalde) durch.

In den unteren Gewichtsklassen gewannen Beblik und Anatoli Schmidt (Fliegen/Löhne) die Titel. Wegen der geringen Siegchancen im internationalen Vergleich verzichtete der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) bei den "leichten Jungs" auf eine Nominierung für die WM. Powernow und Andreas Propp (Hockenheim/Federg) jedoch werden die deutschen Fahnen in China vertreten, nachdem beide Athleten ihre Finalkämpfe wegen Verletzungen der Gegner kampflos gewonnen hatten.

Die mit großer Spannung erwartete Neuauflage des Finals aus dem letzten Jahr im Halbweltergewicht entschied Martin Dreßen (Schwerin) nach Punkten mit 28:22 für sich. Gegner Harun Sipahi (Wolfenbüttel), in den Jahren 2001 bis 2004 Champion, wehrte sich lange, musste aber am Ende dem WM-Dritten den Vortritt lassen.

Konstantin Buga (Berlin) gewann durch einen 33:24-Erfolg über Alex Fütterer (Schwäbisch-Gmünd) den Titel im Weltergewicht, während die neuen Champions im Mittelgewicht Eduard Gutknecht (Gifhorn) und im Halbschwergewicht Robert Woge (Könnern) heißen.

© SID

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