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Ungar Erdei verteidigt Titel im Halbschwergewicht

Mit einem Sieg durch technischen K.o. in der zwölften Runde über den Franzosen Mehdi Sanoune hat der ungarische Boxprofi Zsolt Erdei am Samstagabend seinen Titel im Halbschwergewicht erfolgreich verteidigt.

Jubel bei Profiboxer Zsolt Erdei: Der Ungar bleibt Weltmeister im Halbschwergewicht. Der 31-Jährige verteidigte in Halle/Saale seinen Titel nach Version des Weltverbandes WBO gegen den Franzosen Mehdi Sanoune durch technischen K.o. in der zwölften und letzten Runde erfolgreich und blieb damit auch in seinem 23. Profikampf ungeschlagen.

Zuvor hatte in der mit knapp 3 000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Brandberge-Halle Wibf-Weltmeisterin Silke Weickenmeier aus Speyer ihren Federgewichtstitel an die Mönchengladbacher BWL-Studentin Ina Menzer abtreten müssen.

"Habe mein Kämpferherz gezeigt"

"Diesmal habe ich mein Kämpferherz gezeigt. Zwischendurch wollte ich schon aufgeben. Ich weiß gar nicht, wo plötzlich die Kraft herkam. Als Sahnoune in der 12. Runde umfiel, habe ich mich echt gewundert", bilanzierte der nunmehr in 23 Kämpfen unbesiegte Erdei. Nachdem in den letzten Wochen Luan Krasniqi und Thomas Ulrich sowie unmittelbar zuvor in Halle Silke Weickenmeier jeweils ihre WM-Kämpfe verloren, avancierte der frenetisch umjubelte Erdei zum neuen Aushängeschild von Promoter Klaus-Peter Kohl und darf nun auf einen Vereinigungs-Titelkampf mit Millionen-Gage gegen Frankreichs Box-Superstar Fabrice Tiozzo hoffen.

Mit blau angelaufenem linken Ohr und geschwollenen Augenpartien plauderte der ansonsten so scheue Erdei nach der Ringschlacht gelöst über das glückliche Ende der zuvor geheim gehaltenen schwierigsten Situation seiner Profi-Karriere. Beim letzten Sparring in Los Angeles, wo er sich gemeinsam mit Witali Klitschko und Coach Fritz Sdunek vorbereitete, zog sich Erdei eine schmerzhafte Rippenprellung nebst Bluterguss zu. Eigentlich ein Grund zur WM-Absage, aber Erdei hatte das Duell gegen Sahnoune bereits im Juli wenige Stunden vor dem ersten Gongschlag wegen Magen-Darm-Beschwerden platzen lassen. "Nochmal absagen, wäre eine Katastrophe gewesen. Die Verletzung hat mich stark behindert, aber als Gewinner muss man am Ende keine Ausrede finden", schilderte Erdei.

Bis zur sechsten Runde freilich klopfte der zuvor in 31 Kämpfen 27 Mal durch K.o. erfolgreiche Sahnoune den Titelverteidiger regelrecht weich und führte klar nach Punkten. Doch als Erdei bedenklich wackelte, verließen den Streetfighter aus Marseille und Kumpel von Fußball-Idol Zinedine Zidane überraschend die Kräfte. "Da habe ich den Zsolti an der Kehle gepackt und ihm die zweite Luft eingeredet. Erst als ihm alles scheißegal war, wurde er locker und hat begeistert", erzählte Fritz Sdunek.

Menzer will eigenen Weg gehen

Im Schatten von Erdeis Gala brachte sich die attraktive BWL-Studentin Ina Menzer als Nachfolgerin für Frauen-Box-Ikone Regina Halmich ins Gespräch. "Regina ist mein Vorbild, aber ich will sie nicht kopieren und meinen eigenen Weg gehen. Da bin ich erst am Anfang", sagte die 24-Jährige aus Mönchengladbach, nachdem sie Silke Weickenmeier (Speyer) den Wibf-Titel im Federgewicht abgenommen hatte.

Die aus Atbasar in Kasachstan stammende Menzer überzeugte mit Schlaghärte und gewann nach zehn überzeugenden Runden klar nach Punkten. Weickenmeier, die den Titel sechs Jahre hielt, begab sich sofort in die nur wenige Hundert Meter entfernte Uni-Klinik, um sich dort ihre gebrochene Nase richten zu lassen.

© SID

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