Ungekühlte Proben
Italiens Fußball droht ein Doping-Skandal

Die Dopingkontrollen im italienischen Fußball sind eine Farce. Dies geht aus den Ermittlungen des Turiner Staatsanwaltes Raffaele Guariniello vor. Die kombinierten Urin- und Bluttests wurden in den vergangenen zwei Jahren ungekühlt ins Labor geliefert, so dass ein Nachweis von Epo-Blutdoping gar nicht mehr möglich war.

ROM. Im Durchschnitt sei der Urin bei einer Raumtemperatur von 17 Grad Celsius, in einigen Fällen bis zu 30 Stunden bis zum Labor "Acqua Acetosa" unterwegs gewesen, schreibt Guariniello in seinem Bericht an den italienischen Gesundheitsminister Girolamo Sirchia. Dem von Fan- Ausschreitungen und Finanzkrisen gebeutelten Fußball in Italien droht damit ein neuer Skandal.

Die Staatsanwaltschaft Turin, die seit Jahren in Sachen Doping und Medikamentenmissbrauch im Sport ermittelt, hatten die vielen ergebnislosen Dopingtests misstrauisch gemacht. In insgesamt 780 Kontrollen der letzten beiden Spieljahre war kein einziger Epo- Dopingfall entdeckt worden. Nun stellt sich die Frage: Waren wirklich alle Fußballer sauber oder taugen die Tests nichts?

Daran schloss Staatsanwalt Guariniello sofort die zweite Frage an: Wie ist es möglich, dass ausgebildetes Fachpersonal nie auf die Notwendigkeit der Kühlung der Urinproben aufmerksam gemacht hat? "Ein Kühlelement im Wert von einem Euro hätte gereicht", schrieb der "Corriere della Sera", der am Dienstag von dem neuen Dopingskandal berichtete.

Seite 1:

Italiens Fußball droht ein Doping-Skandal

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%