Ungenutztes Marketingpotenzial

Gierig ist Dirk Nowitzki nur auf dem Platz

Dirk Nowitzki ist näher denn je am Gewinn der US-Basketballmeisterschaft. Der Titel könnte ihn problemlos zur hoch bezahlten Werbeikone machen, doch für „Dirk the work“ sind Geld und Image höchstens zweitrangig.
  • Andreas Schulte
1 Kommentar
Wie Nowitzki die Mavericks zum Sieg führte
Mavericks' Nowitzki celebrates near Thunder's Westbrook during NBA Western Conference Final playoff in Oklahoma City
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"Dirk the work" macht den Unterschied: Nowitzki führt die Dallas Mavericks zum Sieg gegen die Oklahoma City Thunder.

Dallas Mavericks at Oklahoma City Thunder Basketball
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Der deutsche Superstar erzielte 40 Punkte, zwölf davon allein während einer spektakulären Aufholjagd kurz vor Schluss.

Oklahoma City Thunder's Nick Collison, Russell Westbrook, and Kevin Durant react during overtime of Game 4 of the NBA Western Conference Final basketball playoff against the Dallas Mavericks in Oklahoma City
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Ratlosigkeit bei Oklahomas Superstars Nick Collison, Russell Westbrook und Kevin Durant. Fast die gesamte Spieldauer hatten die Thunder den Gegner im Griff, in der entscheidenden Phase waren jedoch sowohl Wurfquote als auch Wurfauswahl unterirdisch.

Dallas Mavericks at Oklahoma City Thunder Basketball
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Besonders bei den Rebounds schwächelten die Mavericks, die Gastgeber hatten zu viele zweite Versuche. Dennoch gelang es Oklahoma erst im letzten Viertel, mit 15 Punkten Vorsprung scheinbar uneinholbar davon zu ziehen.

Dallas Mavericks Tyson Chandler fights for a loose ball with Oklahoma City Thunder's Serge Ibaka during Game 4 of the NBA Western Conference Final basketball playoff in Oklahoma City
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Doch die Mavs gaben, trotz defensiv unschöner Vorstellung, nicht auf. In nur fünf Minuten zogen sie mit den Thunder gleich...

Dallas Mavericks at Oklahoma City Thunder Basketball
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... zwei Freiwürfe besiegelten das Erreichen der Verlängerung.

Dallas Mavericks at Oklahoma City Thunder Basketball
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Entscheidend am Sieg nach "Overtime" beteiligt: Jason "Jet" Terry.

KölnEr jagt dem Titel hinterher wie ein Windhund dem Fell des Hasen. Einige Male hätte Dirk Nowitzki in seinen dreizehn NBA-Spielzeiten (National Basketball Association) den Klub wechseln können. Zu den Vorjahressiegern Los Angeles Lakers oder den San Antonio Spurs. Er wäre der Erfüllung seines ewigen Traums vom Gewinn der US-Meisterschaft Basketballmeisterschaft näher gekommen. Doch das ist ihm zu einfach: „Es wäre irgendwie nicht richtig gewesen wegzurennen“. Die Beute will er sich mit seinen Dallas Mavericks holen. Ihnen hält er die Treue – seit 1998, als er aus Würzburg in die amerikanische Profiliga kam.

Jetzt könnte sich die Loyalität auszahlen: Die Texaner stehen mit einem Bein im Endspiel. 3:1 steht es in der Halbfinalserie gegen Oklahoma City Thunder. Nur noch zwei Siege fehlen zum Finaleinzug. Nowitzki spielt in der Form seines Lebens. Und wenn er Nerven zeigt, bügeln seine Mannschaftskameraden das aus – wie im dritten Spiel, als er nur für 18 Punkte gut war.  Meist müssen sie das aber gar nicht, so wie direkt darauf wieder in Spiel vier. 40 Punkte schenkte „Dirk the work“ den Thunder ein, innerhalb der letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit machten die Mavs einen 15-Punkte-Rückstand wett – Comebacks wie diese sind eines Meisters würdig.

Schon der 4:0-Erfolg über die Los Angeles Lakers, ein so genannter Sweep, machte die Mavericks zu den Favoriten im Westen. Die beeindruckenden, wenn auch nicht fehlerfreien Auftritte gegen Oklahoma  machen sie nun zu heißen Anwärtern auf den Titel. Gerade auch, weil sie immer wieder Flexibilität beweisen: in den zehn Spielen der ersten beiden Playoff-Runden hielten sie die Gegner mit starker Verteidigung immer unter 100 Punkten. Als dies gegen Oklahoma nicht mehr gelang, besannen sich die Texaner auf die alte Fähigkeiten des „Shootout“ – sie treffen einfach mehr als Oklahoma. Das macht Dallas unberechenbar, besonders mit einem Nowitzki, an dem sich in Spiel eins der Serie direkt sieben Verteidiger die Zähne ausgebissen haben. Auch die Miami Heat oder die Chicago Bulls würden es schwer haben, den Deutschen zu stoppen.

Nowitzki NBA-Champion mit den Mavericks? Mit dem Happy End dieser aufopferungsvollen Hatz nach Erfolg, könnte der 32-Jährige in den Sport-Olymp aufsteigen – und zu Weltstars wie Boris Becker aufschließen. „Nowitzki hat das Zeug von der Marke zur Ikone zu werden“, sagt Sven Müller , Chef der Hamburger Testimonial-Agentur People Brand Management (PBM). „Er muss nur wollen“. Aber er will nicht. Für Nowitzki zählt nur der sportliche Erfolg. Marke, Image, Geld, all das interessiert „The German Wunderkind“ anscheinend wenig: Im vergangenen Jahr verzichtete er bei seinen Vertragsverhandlungen auf 16 Millionen Dollar Gehalt. Sein Kalkül. „Wenn ich weniger bekomme, bleibt dem Verein mehr Geld für neue Spieler.“ Das erhöht die Chancen auf den Titel.

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1 Kommentare zu "Ungenutztes Marketingpotenzial: Gierig ist Dirk Nowitzki nur auf dem Platz"

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  • "3:1 steht es in der Halbfinalserie gegen Oklahoma City Thunder. Nur noch zwei Siege fehlen zum Finaleinzug. "

    Wozu man bei einer Best-of-Seven Serie fünf Siege braucht wird sich wohl nur dem Autor erschliessen.

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