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Unger locker weiter - Aus für vier DLV-Hoffnungen

Für die deutschen Leichtathleten gab es bei der WM in Helsinki Licht und Schatten zu verzeichnen. Während Sprinter Tobias Unger mühelos den 200-m-Zwischenlauf erreichte, ereilte vier DLV-Hoffnungen das vorzeitige Aus.

Mit angezogener Handbremse hat sich Deutschlands Sprint-Hoffnung Tobias Unger für den 200-m-Zwischenlauf qualifiziert. Vier DLV-Athleten ereilte jedoch am vierten WM-Tag von Helsinki der k.o.: Drei deutsche Meister und im Stabhochsprung den Leverkusener EM-Zweiten Lars Börgeling. Erst scheiterte Speerwerfer Christian Nicolay mit schwachen 76,68m, dann der Saarbrücker 400-m-Läufer Simon Kirch in 47,45 Sekunden und Weitspringerin Bianca Kappler (Rehlingen) mit ebenfalls enttäuschenden 6,35m. "Das war aber kein Rückschlag fürs Team", fand Cheftrainer Jürgen Mallow.

Kirch: "Ich habe versagt"

"Das war Scheiße im Quadrat. Ich habe versagt", sprach Kirch Klartext. Auch Nicolay nahm nach der windgeschädigten Qualifikation kein Blatt vor den Mund: "Ich war technisch grottenschlecht." Börgeling hatte das Pech, nach demoliertem Sprungständer über eine Stunde auf den dritten Versuch warten zu müssen. "Vielleicht hätte ich lieber zu Hause bleiben sollen", meinte er mit Blick auf seinen schwachen WM-Test, der entgegen mancher Forderung nicht zum Ausschluss aus dem Helsinki-Team geführt hatte. "Bianca Kappler hat einfach einen schlechten Wettkampf gemacht", urteilte Mallow.

Unger nimmt Tempo früh raus

Tobias Unger erzielte als Sieger in 20,45 exakt die gleiche Zeit wie Sebastian Ernst (Schalke) im anderen Vorlauf. "Ich habe auf den letzten 80 Metern das Tempo rausgenommen, nachdem ich zu Beginn schlecht in den Lauf gekommen bin. Aber wenn es so weiter geht, dann ist noch einiges zu erwarten", meinte der 26 Jahre alte Kornwestheimer nach der Qualifikation für den Zwischenlauf fünf Stunden später. Unter den Favoriten glänzte dabei vor allem Tyson Gay (USA) in 19,99 Sekunden. 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin sparte in 20,90 Kraft, der Jahres-Weltbeste Wallace Spearmon in 20, 51.

Fünf andere Deutsche inklusive Unger und Ernst überstanden die erste Runde. Mit dem Speer zog Europacupsieger Mark Frank (Rostock/77,87m) als Vorletzter in den Vorkampf der besten Zwölf am Mittwoch ein. Mit dem Stab meisterte Tim Lobinger (Köln) 5,60m und dem Olympiafünften Danny Ecker (Leverkusen) reichten nach Reparatur des Ständers wie Italiens Titelverteidiger Giuseppe Gibilisco und anderen Medaillenkandidaten sogar 5,45m zum Vorstoß in den Finalvorkampf am Donnerstag. Dagegen schied Mitfavorit Toby Stevenson (USA) ohne Höhe aus.

Zehnkampf-Duell zwischen Sebrle und Clay

Im Zehnkampf entwickelte sich das erwartete Duell zwischen Tschechiens Weltrekordler Roman Sebrle (2 775) und dem Olympiazweiten Bryan Clay (USA), der nach drei Disziplinen mit 2 804 Punkten führte. Medaillentipp Dmitri Karpow (Kasachstan) eliminierte sich selbst wie Ex-Weltrekordler Jürgen Hingsen (Uerdingen) 1988 bei Olympia in Seoul. Gleich zum Auftakt wurde der Olympia- und WM-Dritte nach zwei selbst verursachten Fehlstarts disqualifiziert. Der Berliner Andre Niklaus war Zwölfter (2 457) nach 11,04 über 100m, schwachen 7,20 m im Weitsprung und 14,24m mit der Kugel. Clay trumpfte über 100m in 10,43 Sekunden auf und im Kugelstoßen mit 16,25m, Sebrle mit 7,86 m im Weitsprung und einem noch besseren Kugelstoß (16,29).

© SID

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