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Unger sorgt für das Highlight in Leverkusen

Sprinter Tobias Unger hat beim Bayer-Meeting in Leverkusen eine Klasse-Zeit über die 200 Meter hingelegt. Der 25-Jährige egalisierte in 20,24 Sekunden den 17 Jahre alten Meeting-Rekord von US-Olympiasieger Carl Lewis.

Beim 11. Bayer-Meeting in Leverkusen durften die deutschen Leichtathletik-Fans zwei Wochen vor dem WM-Auftakt in Helsinki zwei absolute Top-Leistungen bewundern. Tobias Unger (Kornwestheim) egalisierte im ersten 200-m-Lauf nach seinem deutschen Rekordsprint (20,20) in 20,24 Sekunden den 17 Jahre alten Meeting-Rekord von US-Olympiasieger Carl Lewis, und die Olympiazweite Steffi Nerius ist nach ihrer Speerwurf-Bestleistung von 66,43m wieder Nummer zwei in der Welt.

"Jetzt fehlt nur noch die Spritzigkeit. Ich bin überrascht über diese gute Zeit. Denn auf den ersten 30 Metern kam ich nicht so richtig ins Rennen und hinten bin ich locker gelaufen", meinte der 25 Jahre alte "Schwabenpfeil", der Anfang März auf dieser Distanz Hallen-Europameister geworden war. Bei der WM will er den siebten Platz vom Olympiafinale bestätigen. "Möglichst die Zeit verbessern", meinte Unger, der zuvor mit der DLV-Staffel in 38,67 Sekunden auch über 4x100m Finalchancen deutlich gemacht hatte.

Nerius wieder auf Rang zwei in der Welt

Lokalmatadorin Steffi Nerius brach den Wettkampf vor 3 000 Zuschauern vorzeitig ab, nachdem sie im zweiten Durchgang ihre Bestleistung von 65,84m um 59 Zentimeter gesteigert hatte und wieder auf Rang zwei in der Welt vor Olympiasiegerin Osleidis Menendez (66,02), aber hinter deren kubanische Teamkameradin Sonia Bisset (67,67) vorpreschte."Im dritten Versuch spürte ich wieder Schmerzen im Rücken, aber es ist nichts Dramatisches. Jetzt trainiere ich noch eine Woche in Kienbaum, eine Woche in Leverkusen, dann gehts zur WM", meinte die 33-Jährige.

Für weitere herausragende Leistungen sorgten der Leverkusener Hammerwerfer Markus Esser mit 79,66m und der Leipziger Hürdensprinter Thomas Blaschek in 13,31 Sekunden. "Ich wusste, dass ich in 80-m-Form bin - der zweitbeste Wettkampf meines Lebens", meinte Esser. Blaschek verfehlte seine Bestzeit über 110m Hürden um 0,02 Sekunden und weiß nun: "Eine Zeit unter 13,30 ist möglich und mein nächstes Ziel."

Wackelkandidaten müssen zittern

Doch viele andere aus dem WM-Team boten nur Mittelmaß wie die windgeschädigten Stabhochspringer mit Sieger Tim Lobinger (Köln/5, 62m) oder waren schwach wie die Sprinterinnen. Als Konsequenz des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gab der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow den Rückzug der bereits nominierten 4x100-m-Frauenstaffel für die WM bekannt. Mallow kündigte an, man werde am Montag über weitere Wackelkandidaten entscheiden, so auch den Leverkusener Hochspringer Roman Fricke, der nur 2,24m bot.

Fragezeichen gibt es auch im Fall von Ex-Weltmeister Charles Friedek (Leverkusen), der am Vortag in London sechs ungültige Dreisprünge abgeliefert hatte. "Er verletzte sich dabei am rechten Knöchel. Wie geplant in Wipperfürth zu springen wäre nicht klug", meinte Trainer Bernd Knut.

© SID

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