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Unger sprintet mit Bestzeit zum DM-Titel

Sprinter Tobias Unger hat bei den 105. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid über 100m ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Kornwestheimer siegte in 10,16 Sekunden. Tim Lobinger gewann im Stabhochsprung.

Tobias Unger hat zum Auftakt der 105. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid mit einer starken Leistung über 100m das Publikum begeistert. "Ich kann den 200-m-Endlauf am Sonntag gar nicht erwarten, so freue ich mich nach diesen 10,16 Sekunden darauf", sagte der 25 Jahre alte 200-m-Hallen-Europameister aus Kornwestheim, während sein Trainer Micky Corucle "bei ähnlichen Bedingungen mindestens eine neue Bestzeit, vielleicht sogar die Steigerung des deutschen Rekordes" ankündigte. Die Bestmarke steht bei 20,23 Sekunden.

Unger hat ein gutes Gefühl

Tobias Unger hatte seine bisherige persönliche Bestzeit bereits im Vorlauf bei 1,3m Rückenwind von 10,32 auf 10,21 gesteigert und machte dann im Finale Ernst. Bei 0,3m Rückenwind egalisierte der Betriebswirtschaftsstudent, 2004 Olympia-Siebter über 200m, die DM-Bestleistung von Christian Haas (Fürth), der Wochen später bei der WM-Premiere 1983 in Helsinki überraschend Sechster geworden war. Unger: "Vielleicht starte ich bei der WM auch über 100m. Es hängt davon ab, ob unsere Staffel nominiert wird. Aber vor allem habe ich nun das Gefühl, dass es auch über 200m schneller geht."

Alles andere stand vor rund 12 000 Zuschauern im Lohrheide-Stadion im Schatten der neuen Lichtgestalt. Auch der Stabhochsprung, den Tim Lobinger (Köln) beim achten Freiluft-Titel mit 5,75m vor Danny Ecker (Leverkusen) gewann. Dem Olympia-Fünften Ecker eröffnet die erste Normerfüllung nun WM-Perspektiven. "Wir werden am Sonntag beraten", kündigte Jürgen Mallow, Leitender Bundestrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), an, sieht aber Lars Börgeling (Leverkusen) nach zuvor erfüllter Norm durch Rang sechs mit 5,50m nicht in Frage gestellt.

Geherin Zimmer siegt in deutscher Rekordzeit

Für den ersten Höhepunkt hatte Sabine Zimmer (Potsdam) im 5 000-m-Bahngehen in deutscher Rekordzeit von 20:11,45 Minuten gesorgt. Weitere herausragende Leistungen erzielten bei den Männern der Leipziger Thomas Blaschek in 13,49 Sekunden über 110m Hürden, ferner Nils Winter (Leverkusen) mit 8,03m im Weitsprung. In Abwesenheit des fünfmaligen Weltmeisters Lars Riedel (Chemnitz/Infekt) gewann Michael Möllenbeck (Wattenscheid), WM-Dritter von 2001, mit 64,12m das Diskuswerfen.

Bei den Frauen glänzte ansonsten vor allem Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die beim fünften 5 000-m-Titel im Alleingang respektable 15:09,39 Minuten erzielte. "Ich habe mir am Freitag die Golden League im Fernsehen angesehen. Da lief die Weltklasse, und dort will ich hin", meinte die couragierte Siegerländerin. Überzeugend ansonsten Kirsten Bolm (Mannheim) mit ihren 12,84 Sekunden über 100 m Hürden und Betty Heidler (LG Frankfurt) mit 70,34 m im Hammerwurf.

Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg), die als dreimalige Weltmeisterin und Olympiasiegerin von Atlana 1996 den Rudolf-Harbig-Preis als höchste Auszeichnung für einen DLV-Athleten erhielt, verpasste im Kugelstoßen als Zweite mit 18,31 m erneut die WM-Norm beim Sieg der Magdeburger Olympia-Zweiten Nadine Kleinert (18,68) und wird Helsinki wohl nur im Fernsehen erleben. Wegen einer Fingerverletzung fehlte die für die WM nicht in Frage stehende Weltranglisten-Zweite Petra Lammert (Stuttgart/19,81).

Am Tag vor dem Weitsprung erhielt Bianca Kappler (Rehlingen) die Fairplay-Trophäe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), weil sie im März bei der Hallen-EM in Madrid (Dritte) sofort darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die für sie gemessene Goldweite nicht stimmen konnte. Als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) meinte Klaus Steinbach bei der Übergabe der Auszeichnung: "Vor dem Hintergrund des Kampfes gegen Doping und für Fairplay brauchen wir solche Vorbilder im Sport."

© SID

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