Untersuchungen im Kölner Labor
Hondo hofft auf die B-Probe

Der unter Dopingverdacht stehende Sprint-Star des Teams Gerolsteiner klammert sich an einen Strohhalm - die Aussichten auf ein negatives ergebnis sind äußerst gering.

HB KÖLN. Der des Dopings verdächtigte Danilo Hondo vom Team Gerolsteiner hat am Dienstag die Eröffnung der B-Probe beantragt. Das bestätigte der Sprinter, der bei der Murcia-Rundfahrt im März in Spanien mit zwei A-Proben positiv auf ein Aufputschmittel getestet worden war. Das Kölner Anti-Doping-Labor untersucht laut Hondo zur Zeit die Zusammensetzung mehrerer "Nahrungs-Ergänzungsmittel und Regeneraions-Präparate", die der 31-Wahlschweizer zu sich nimmt. "Ich hoffe, die finden was, das mich entlastet", sagte Hondo am Dienstag.

Der nach der A-Probe überführte und daraufhin von seinem Team sofort suspendierte Hondo wird bei der B-Proben-Analyse in Madrid, wo auch die A-Probe untersucht wurde, dabei sein. "Ich fliege mit unserem Mannschaftsarzt Ernst Jacob dahin", sagte der Lausitzer, der noch die "Unterstützung des Teams fühlt". Ein Termin für die Untersuchung stehe noch nicht fest.

Allerdings dürfte sich der in diesem Jahr schon zwei Mal erfolgreiche Sprinter kaum Hoffnungen machen, dass die B-Probe ein anderes Ergebnis als die A-Probe ergibt. "Das gab es meines Wissens noch nie", sagte dazu Enrico Carpani, der Sprecher des Weltverbandes UCI. Nach wie vor sagt der im Moment nach Jan Ullrich und Erik Zabel wohl bekannteste deutsche Radprofi: "Ich habe nicht gedopt."

Hondo, der mit seinem Team gerade in vielversprechenden Vertragverhandlungen stand, droht der Fall ins Bodenlose. Wird er endgültig des Dopings überführt, droht ihm die sofortige Entlassung und eine zweijährige Sperre. Zwei weitere Jahre darf der Familienvater dann nicht mehr von einem ProTour-Team engagiert werden. Damit wäre Hondo vier Jahre aus dem Verkehr des großen Radsports gezogen. "Das wäre dann sicher mein Karriere-Ende", meinte der in Ascona lebende Cottbuser, der als bester Deutscher der ProTour-Wertung vor der Flandern-Rundfahrt auf Rang drei lag.

Bei einer Überführung Hondo muss der Rennstall seine gesamte Strategie für die kommende Tour de France überarbeiten. Hondo wollte sich auf Etappensiege und das Grüne Trikot konzentrieren.

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