USA und Kanada ausgeschieden: Eishockey-Großmächte im Tal der Tränen

USA und Kanada ausgeschieden
Eishockey-Großmächte im Tal der Tränen

Europas Eishockey-Teams haben den Nordamerikanern das schlechteste Abschneiden in ihrer Olympia-Geschichte zugefügt und spielen in Turin erstmals seit 30 Jahren die Medaillen unter sich aus.

HB TURIN. Russland schaltete am Mittwoch im Viertelfinale Olympiasieger Kanada mit 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) aus, Finnland schlug den Olympia- Zweiten USA mit 4:3 (2:1, 2:1, 0:1). Während Kanada Siebter und die USA Achter im Endklassement wurden, treffen Russland und Finnland am Freitag im Halbfinale aufeinander, das auch Schweden durch das 6:2 (2:1, 3:0, 1:1) über die Schweiz erreichte. Die Schweden spielen gegen Weltmeister Tschechien, der das sehr anständig geführte Bruderduell gegen die Slowakei 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) gewann.

Russlands Jungstar Alexander Owetschkin, der in Washington Teamkollege des deutschen Nationalkeepers Olaf Kölzig ist, sorgte in der 42. Minute in Überzahl für den Führungstreffer gegen Kanada. Alexej Kowalew machte 23 Sekunden vor Schluss alles klar. Damit gelang die Revanche für die 3:4-Niederlage im WM-Halbfinale 2005.

Die USA glichen das 0:2 durch Ville Peltonen (10.) und Sami Salo (13.) noch durch Mike Knuble (14.) und Mathieu Schneider (22.) aus. Doch Olli Jokinen (26.) und ein Eigentor von US-Keeper Rick DiPietro (38.) bescherten den am Ende leichtsinnigen Finnen nach dem 2:0 über Deutschland den sechsten Sieg im Turnier. Obwohl es Brian Gionta (56.) noch spannend machte, gelang den USA um den 44-jährigen Kapitän Chris Chelios im Turnierverlauf nur gegen Kasachstan ein Erfolg. "Mangelnde Disziplin hat uns das Spiel gekostet. Das war inakzeptabel", schimpfte Chelios. "Wir sind alle sehr enttäuscht über das Spiel und das gesamte Turnier", sagte Trainer Peter Laviolette. Finnlands Torjäger Teemu Selänne verlor durch einen hohen Stock drei Zähne. "Das ist wohl der Preis für eine Medaille", sagte er.

Die bisher nicht überzeugenden Tschechen dominierten zunächst gegen die in allen fünf Vorrundenspielen siegreichen Slowaken. Martin Rucinsky (13.) in Unterzahl und Milan Hejduk (29.) hievten den Olympiasieger von 1998 unter die letzten Vier. Marian Gaboriks (44.) Anschlusstor reichte dem Weltmeister von 2002 nicht. Sekunden vor dem Ende stellte Martin Straka den 3:1-Endstand her. Schweden vermied eine Viertelfinal-Blamage wie 2002 gegen Weißrussland. "Diese Erfahrung hat uns geholfen. Man darf niemanden auf die leichte Schulter nehmen", sagte Stürmer Peter Forsberg, der 1994 das Olympia-Finale entschieden hatte. Der Sieg gegen die Schweiz fiel erheblich leichter als beim 2:1 im WM-Viertelfinale 2005, weil die Eidgenossen nach den sensationellen Vorrundenerfolgen über Kanada und Tschechien müde wirkten.

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