Uwe Krupp ist einer der wenigen Stars einer immer weniger beachteten Branche
Der unbeirrbare Einzelkämpfer

Warum Krupp sich während seiner aktiven Laufbahn den Beinamen "King Kong" verdiente, wurde in den 16 Monaten seiner Amtszeit als Bundestrainer nur selten deutlich - bis jetzt, bis kurz vor der Eishockey-WM in Russland, die heute in Moskau beginnt. Warum der 41-Jährige sehr an Jürgen Klinsmann erinnert und wo die Parallelen liegen.

MOSKAU. Uwe Krupp kann auch anders. Er hat die Statur eines Kleiderschranks, kam bislang aber immer so höflich daher, als wäre er der Gute-Laune-Onkel der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Normalerweise gewinnt so einer in der National Hockey League (NHL) nicht den Stanley Cup, eine der begehrtesten Trophäen im nordamerikanischen Profisport. Krupp aber stemmte diesen überdimensionalen Silberpokal nicht nur zweimal (1996, 2002) in die Höhe, er war - als Verteidiger - sogar der Schütze des entscheidenden Tores, das die Colorado Avalanche vor elf Jahren zum Meister machte.

Nun hat er also auf den Tisch gehauen, das deutsche Eishockey auf das Heftigste kritisiert und sich vor allem mit der DEL angelegt. "Weil es mal gesagt werden musste", so Krupp. Und weil er so "wütend" ist auf gewisse Missstände vor allem im Bereich der Deutschen Eishockey-Liga, warf er der DEL "Reformen im Schneckentempo" vor und beklagte ebenso eine "fehlende Agenda im Bereich der Nachwuchsförderung". Die deutsche Auswahl gehört - wieder einmal - nur zu den Aussenseitern, Platz 14, hieß es unter der Woche, sei das angestrebte Ziel. Über Krupps Kritik war DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke "perplex", so hatte er "den Uwe noch nicht erlebt".

Doch Krupp will sich "später nicht vorwerfen lassen, nichts gesagt zu haben". Bis heute ist ihm kein weiterer deutscher Spieler in die Siegerliste des Stanley Cups gefolgt, "geht es so weiter wie bislang, dann werden wir schon bald auch keinen einzigen NHL-Profi mehr stellen." Konflikte auszutragen, davor hat sich der gebürtige Kölner schon als Spieler nie gescheut. Etwa als ihn die Detroit Red Wings in der Spätphase seiner Karriere feuern wollten, weil er, obwohl offiziell im Krankenstand, an einem Hundeschlittenrennen teilgenommen hatte. Krupp wehrte sich juristisch - und gewann.

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