„Valencia ist eine Option“
Alinghi plant schon den nächsten Cup

Vor dem möglicherweise letzten Duell beim diesjährigen America's Cup denkt Titelverteidiger Alinghi schon an einen zukünftigen Austragungsort für den "Kampf um die Silberkanne". Doch um die nächste Cup-Stadt bestimmen zu dürfen, fehlt den Schweizern noch ein Sieg über Herausforderer Neuseeland.

HB VALENCIA. Ein laues Lüftchen hat einen Teil der Zukunftspläne des möglichen America's-Cup-Gewinners Alinghi enttarnt. Während die siebte und beim Stand von 4:2 möglicherweise schon letzte Wettfahrt zwischen Alinghi und Team New Zealand auf Grund widriger Windbedingungen auf Dienstag verschoben werden musste, zog am Sonntag eine prominente Gästeschar an Bord der Privatyacht von Alinghi- Teaminhaber Ernesto Bertarelli alle Aufmerksamkeit auf sich.

Der Alinghi-Initiator hatte die führenden Köpfe des spanischen Teams Desafío Español und der Region Valencia eingeladen, darunter den Präsidenten der Region, Francisco Camps, sowie Desafío Españols Teampräsidenten Ignacio Sanchez Galan und Teamanwalt José Maria Alvarez. Ihre Anwesenheit ließ auf einen Teil der Pläne der Schweizer für den Fall ihres erneuten Cup-Sieges schließen.

Sollte die Segel-Crew um Sportdirektor Jochen Schümann einen ihrer drei Matchbälle verwandeln, darf Alinghi den Austragungsort, die Regeln und den Zeitrahmen der 33. America's-Cup-Auflage bestimmen. Dazu benötigt der Titelverteidiger traditionell einen führenden Verhandlungspartner unter den künftigen Herausforderern - den so genannten Challenger of Record. Diese Rolle fällt dem Team zu, das den Cup-Sieger als erstes herausfordert.

Dass Alinghis Wahl nach intensiven Vorgesprächen und Koalitionsverhandlungen mit mehreren Herausfordern offensichtlich auf die Spanier fiel, hat zukunftsweisende Bedeutung. Spanische Medien gehen bereits davon aus, dass Desafìo Español nicht nur dann neuer Challenger of Record wird, wenn Alinghi das 32. Cup-Match gewinnt. Am Montag sickerte auch durch, dass Valencias Chancen als Gastgeber der 33. Auflage gestiegen sind. Nachdem Valencia etwa 50 Millionen Euro für die diesjährigen Austragungsrechte gezahlt hat, soll die Mittelmeerstadt für die nächste Auflage noch einmal draufzahlen.

Michel Bonnefous, Chef des verantwortlichen America's-Cup- Managements, will sich aber alle Optionen offen halten. "Es gibt vier europäische Orte, die sehr an den Austragungsrechten interessiert sind", sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung". Gleichzeitig warnte er vor voreiligen Schlüssen: "Es ist zwar eine Option, dass wir in Valencia bleiben, aber eben nur eine Option."

Insider wollten zudem wissen, dass der nächste Cup - geht es nach Alinghis Wünschen - bereits in zwei Jahren stattfinden soll. Bevor die ambitionierten Pläne umgesetzt werden können, muss Bertarellis Team aber noch einmal punkten. 1983 war es einem Herausforderer schon einmal gelungen, ein Cup-Finale noch umzubiegen. Damals besiegte Australia II die US-Yacht Liberty mit 4:3, obwohl sie schon 1:3 zurücklag. Damit liegen alle Pläne so lange auf Eis, bis der Sieger der 32. Cup-Auflage ermittelt ist.

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