Vereinsaustritt
Hoyzer entzieht sich DFB-Bestrafung

Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat sich mit dem Austritt aus seinem Club Hertha BSC einer Bestrafung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) entzogen. Hoyzer steht im Mittelpunkt des Skandals um manipulierte Fußballspiele.

HB HAMBURG.Hertha-Präsident Bernd Schiphorst bestätigte dem Berliner "KURIER" (Mittwoch-Ausgabe), dass Hoyzer aus dem Berliner Verein mit Wirkung vom 31. März ausgetreten sei. "Es stimmt. Der Herr hat uns seinen sofortigen Austritt schriftlich angeboten. Wir hatten ihm eine Vorladung zukommen lassen. Seine Antwort war die Austritts-Erklärung, die wir angenommen haben", sagte Schiphorst dem Blatt.

Durch den Austritt aus dem Verein hat sich Hoyzer, der Zweit- und Regionalligaspiele in großem Stil verschoben haben und Schaden in Millionenhöhe angerichtet haben soll, der Gerichtsbarkeit des Verbandes entzogen. "Wir müssen die neue Sachlage erst genau prüfen, bevor wir eine Stellungnahme abgeben können", sagte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, dem "KURIER". Laut einer Information des Verbandes vom Dienstagabend wird das Sportgerichtsverfahren gegen Hoyzer nicht eingestellt, ruht aber so lange, bis sich der 25-Jährige wieder einem Verein im DFB anschließt. Vier Tage nach der Aufdeckung des Skandals hatte Hoyzer am 26. Januar über seine Anwälte erklärt, er werde nicht aus seinem Verein austreten.

Unterdessen hat der DFB die vom gesperrten Schiedsrichter Torsten Koop angekündigte zivilrechtliche Klage als unzulässig bezeichnet. Koop habe sich wegen unsportlichen Verhaltens zu verantworten und unterliege demnach den Satzungen und Ordnungen des DFB, teilte der Verband in einer schriftlichen Erklärung mit. "Sportliche Vergehen der Schiedsrichter ... werden von Rechtsorganen des DFB geahndet", zitierte der DFB aus Paragraf 16 der Schiedsrichter-Ordnung. Schiedsrichter unterstünden durch ihre Vereinsmitgliedschaft "grundsätzlich der Rechtsprechung der Rechtsinstanzen ihrer Mitgliedsverbände".

Koop soll nach Angaben des DFB-Kontrollausschusses rückwirkend vom 1. Februar bis einschließlich 31. Juli 2005 gesperrt werden, weil er einen Anwerbeversuch durch Hoyzer im Januar erst verspätet gemeldet hatte. Dagagen will Koop nach Angaben seines Anwalts Peter-Michael Diestel prozessieren. "Wir bereiten Klage gegen den DFB vor", sagte Diestel im Magazin "Sport Bild" (Mittwoch-Ausgabe): "Herr Koop befindet sich mit dem DFB in einem vertraglichen Verhältnis. Und wir werden nicht zulassen, dass dieses Verhältnis einseitig ohne Pflichtverletzung gestört wird." Zugleich richtete der Jurist schwere Vorwürfe gegen die DFB - Führung: "Wenn das wirklich der größte und bedeutendste Sportverband der Welt ist, dann muss sich der DFB Gedanken machen, ob sie die richtigen Leute an der Spitze haben."

Der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, wehrte sich gegen den Vorwurf, dem Anwerbungsversuch von Koop durch Hoyzer am Rande der Schiedsrichter-Tagung im Januar 2005 sei ein Trinkgelage vorangegangen. "Bei besagtem Lehrgang stand die sachliche und fachliche Arbeit im Mittelpunkt. Dass dazu abends im Beisein neutraler Gäste ein gemütlicher Teil mit Essen und Trinken gehört, steht außer Frage", so Roth in der DFB-Mitteilung. Er wehre sich aber "entschieden gegen Aussagen, mit denen der pauschale Eindruck vermittelt werden soll, bei der Bundesliga-Schiedsrichter-Tagung im Januar 2005 sei es zu starkem Alkoholkonsum gekommen".

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