Verhaftung auf dem Spielfeld
Argentinischer Kicker muss für Beschimpfung bitter büßen

Ein argentinischer Fußballer wird in Brasilien nach einem Spiel der südamerikanischen Champions-League wegen rassistischer Beleidigung eines Gegenspielers mindestens zwei Nächte hinter Gittern verbringen müssen.

SãO PAULO. Ein Richter in São Paulo billigte zwar die Freilassung von Leandro Desabato gegen eine Kaution von 10 000 Real (etwa 3000 ?). Doch der Betrag sei von den Anwälten nicht rechtzeitig eingezahlt worden, so dass der Spieler nun frühestens am Freitag auf freien Fuß gesetzt werden könne, hieß es.

Der 26-jährige Vorstopper Desabato war unmittelbar nach dem Abpfiff des Spiels zwischen dem FC São Paulo und Quilmes AC (3:1) im Morumbi-Stadion von São Paulo am späten Mittwochabend noch auf dem Rasen festgenommen worden. Seine Freilassung gegen Kaution wird den amtlichen Angaben zufolge mit Auflagen verbunden sein. Er werde am Freitag ins Hotel fahren, vorerst aber nicht nach Argentinien zurückfliegen dürfen, hieß es. Nach Angaben der Polizei droht Desabato immer noch eine Haftstrafe zwischen einem und drei Jahren.

Die Festnahme-Entscheidung hatte der Kommissar Osvaldo Goncalves getroffen. Der dunkelhäutige São Paulo-Mittelstürmer Grafite habe erklärt, dass Desabato ihn nach einem Handgemenge "Du Schwarzer" beschimpft habe. "Nach dem brasilianischen Gesetz ist das eine schwere Beleidigung mit dem erschwerenden Umstand des Rassismus", so der Kommissar. Es gebe sehr viele Brasilianer, die im Ausland spielten und die Gesetze des jeweiligen Landes respektierten, meinte Goncalves. "Wenn ein Ausländer nach Brasilien kommt und unsere Gesetze verletzt, müssen wir also handeln", sagte er.

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