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Verletzter Haas gibt in Wimbledon auf

Thomas Haas bleibt beim Tennisturnier in Wimbledon vom Pech verfolgt. Schon vor dem ersten Ballwechsel seiner Erstrundenpartie gegen den Serben Janko Tipsarevic knickte der Hamburger beim Einspielen um.

dpa LONDON. Thomas Haas bleibt beim Tennisturnier in Wimbledon vom Pech verfolgt. Schon vor dem ersten Ballwechsel seiner Erstrundenpartie gegen den Serben Janko Tipsarevic knickte der Hamburger beim Einspielen um.

Dabei zog sich Haas, wie die Untersuchung am Abend ergab, einen Bänderanriss im rechten oberen Sprunggelenk zu. Zwar versuchte er dick bandagiert zu spielen, doch nach 39 Minuten musste er das aussichtslose Unterfangen beim Stande von 2:6, 1:2 aus seiner Sicht aufgeben. Erinnerungen wurden wach an Boris Becker, der sich vor zehn Jahren im Match gegen den Südafrikaner Neville Godwin das Handgelenk brach und seine Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden in Wimbledon auf dem "Hinterhof des Henkers" wie nun sein erfolgreichster Nachfolger begraben musste.

"Wimbledon war nie richtig gut zu mir", sagte Haas und verließ an Krücken niedergeschlagen den All England Club. "Ich bin nur froh, dass ich nicht wieder operiert werden muss." 14 Monate hatte er nach einer Schulteroperation pausieren müssen und deshalb vor zwei Jahren nicht auf dem "Heiligen Rasen" aufschlagen können, nachdem er im Jahr davor wegen des Motorradunfalls seiner Eltern abgesagt hatte.

Für einen versöhnlichen Abschluss des zweiten Tages der 119. All England Championships sorgte einzig Rasen-Experte Alexander Popp. Der Mannheimer, der in Wimbledon zwei Mal im Viertelfinale stand und sich nirgends wohler fühlt, startete mit einem 6:2, 6:3, 2:6, 6:4 gegen den Franzosen Jerome Haehnel und trifft nun auf den Australier Wayne Arthurs oder Filippo Volandri aus Italien.

"Rasen-Riese" Popp folgte Nicolas Kiefer, Lars Burgsmüller, Florian Mayer und Sabine Klaschka in die zweite Runde, die Rainer Schüttler erstmals nach seinem Wimbledon-Debüt 1998 verpasste. Der Korbacher stand gegen Max Mirnyi auf verlorenem Posten und bezog beim 3:6, 3:6, 4:6 im siebten Vergleich mit dem Weißrussen die dritte Niederlage. Eine kalte Dusche kassierten im hochsommerlichen Wimbledon auch Marlene Weingärtner, Anna-Lena Grönefeld, Philipp Kohlschreiber und Tomas Behrend. Von den vierzehn gestarteten deutschen Tennisprofis erreichten somit nur fünf die zweite Runde.

Mit einer Auslosung gestartet, die noch nie so günstig war, wollte Haas beweisen, dass er auf dem ungeliebten Rasen Großartiges leisten kann. Die Vorbereitung im westfälischen Halle, wo er vor zehn Tagen erst im Halbfinale an Roger Federer gescheitert war, hatte seine Erwartungen und seinen Ehrgeiz noch verstärkt. Im siebten Anlauf wollte der 27-Jährige endlich mehr erreichen als die dritte Runde.

Doch als Haas die letzten Aufschläge üben wollte, passierte es: Bei der Landung trat er auf einen Ball und knickte um. Wie schwer die Verletzung war, konnten die Zuschauer und auch seine auf der Tribüne sitzenden Eltern erkennen, als Haas sich seines rechten Schuhs und Socken entledigte und die storcheneigroße Schwellung erkennbar wurde. Doch nach dem ersten Schock und einer intensiven Behandlung nahm er den riskanten Kampf mit stützendem Verband auf.

Schon bald aber wurde klar, dass der Weltranglisten-23. so gehandicapt kein konkurrenzfähiger Gegner sein würde. Die Konsequenz war klar: Aufgabe und Sieg für den sieben Jahre jüngeren Serben, der in der Weltrangliste 85 Plätze schlechter eingestuft ist. Zum Glück aber wurde Haas? Ehrgeiz nicht bestraft, denn bei einem weiteren Ausrutscher hätte eine noch schwerere Verletzung gedroht.

Eine bittere Enttäuschung erlebte auch French-Open-Siegerin Justine Henin-Hardenne. Die Belgierin wollte endlich den ihr noch fehlenden Grand-Slam-Titel in Angriff nehmen, strauchelte aber gleich in der ersten Runde. Mit 6:7 (8:10), 6:2, 5:7 unterlag sie der 22-jährigen Griechin Eleni Danilidou, die in der Weltrangliste auf Position 76 geführt wird. Leicht und locker stürmte dagegen Titelverteidigerin Maria Scharapowa aus Russland durch ein 6:2, 6:2 gegen Nuria Ligostera Vives aus Spanien in die zweite Runde.

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