Vermarktung im WM-Jahr schwierig
Nicht jeder Olympiasieg lässt das Konto explodieren

Die Pisten, Hänge und Eisflächen sind bei Olympia für die Medaillengewinner normalerweise mit Geld gepflastert - wenn man ein echter Typ ist, einen gewieften Manager und etwas Glück hat. Doch die Vermarktung von Wintersportlern gestaltet sich in diesem Jahr schwieriger als sonst.

HB TURIN. Viele potenzielle Sponsoren haben ihre Millionen- Etats bereits für die Fußball-WM ausgereizt. "Wintersportler tun sich im Vergleich zur europäischen Hauptsportart Fußball allgemein etwas schwerer, weil das eben eine Saisonsportart ist. Michael Ballack ist durchgängig jede Woche in Fernsehen und Presse präsent", erklärt Matthias Lung, Direktor der Bayrischen Akademie für Werbung und Marketing in München.

Nicht jeder Olympiasieg lässt automatisch das Konto explodieren. Diese Erfahrung wird möglicherweise auch Gold-Kombinierer Georg Hettich machen. "Sicherlich ein toller Sportler. Aber er kommt zu brav rüber", findet Stephan Schröder von der Kölner Agentur "Sport + Markt". Hettich selbst sieht den finanziellen Aspekt erst einmal ganz gelassen. "Ich denke, dass der Olympiasieg hilfreich ist bei der Sponsorensuche." Sein Manager Ralf Grengel, der mit Eisflitzerin Claudia Pechstein auch Deutschlands erfolgreichste Wintersportlerin betreut, sagt: "Es ist nicht so, dass wir aus einem Berg von Anfragen auswählen können - aber die Nachfrage hat deutlich angezogen."

Bei Pechstein kommt es auf eine Goldmedaille mehr oder weniger nicht mehr an. Die Berlinerin hat kürzlich einen Vertrag bis 2011 mit einem Süßwarenhersteller abgeschlossen. "Was letztlich zählt, ist Charisma, und das kann man in Zahlen nicht messen", sagte Klaus Kärcher, der Pechsteins Kollegin Anni Friesinger betreut. Deren Zwei- Millionen-Euro-Kontrakt mit einem italienischen Automobilkonzern läuft übrigens nach Olympia aus.

Friesinger und Martin Schmitt sind nach einer Erhebung von TNS Sport im Auftrag der Zeitschrift "Horizont Sport Business" im Olympia-Winter die bekanntesten deutschen Wintersportler. 88,4 bzw. 90,2 Prozent der Bevölkerung kennen die Eisschnellläuferin und den Skispringer, der sportlich längt kein Überflieger mehr ist. Dahinter folgen Skirennläuferin Martina Ertl-Renz und Georg Hackl. Das Original von der Rodelbahn führt dafür die Beliebtheitsskala vor Schmitt, Pechstein, Ertl-Renz und Friesinger an.

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