Verstärktes Leichtathletik-Sponsoring
Die Welt zu Gast bei Samsung

Der koreanische Elektronik-Konzern Samsung hat die Leichtathletik für sich entdeckt. Das Unternehmen ist nicht nur in Berlin sichtbar, sondern unter anderem auch bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Doha 2010 und der Leichtathletik-WM im koreanischen Daegu 2011. Überraschend fiel dabei die Auswahl des männlichen Samsung-Botschafters aus.

BERLIN. Einsatz für Lamine Diack: Schon Stunden vor der ersten Medaillenvergabe musste der wichtigste Leichtathletik-Funktionär der Welt zur ersten Zeremonie ausrücken. WM-Werbepartner Samsung hatte auf dem Sponsoren-Campus unmittelbar vor dem Berliner Olympiastadion zur „TapeCutting Ceremony“ geladen – und die Prominenz kam pflichtschuldig auf ein Häppchen vorbei. Der Senegalese Diack eröffnete den blau-weiß gehaltenen Samsung-Pavillon mit einem Scherenschnitt, und erinnerte die koreanischen Gastgeber daran, „dass die Kinder lieber laufen, springen und werfen sollten, anstatt rumzusitzen und mit Euren wunderbaren Geräten zu spielen“. Für den Weltfrieden sei das besser.

Die Koreaner steckten die kleine Spitze mit einem Lächeln weg. Wer sich wie Samsung als Sponsor beim Leichtathletik-Weltverband IAAF engagiert, muss mit Überraschungen rechnen. Gyehyun Kwon, Vizepräsident des Elektronik-Konzerns und zuständig für das globale Marketing, verknüpft mit dem Thema Leichtathletik große Hoffnungen: „25 Prozent der IAAF-Fans überlappen sich mit unserer Kernzielgruppe.“ Er nennt sie die „young minded customers“. Dass also drei von vier Leichtathletik-Liebhabern nicht zur geistig frischgebliebenen Kernkundschaft zählen, fällt wohl unter Streuverlust.

Das Sponsoring des Konzerns, der 87 Prozent seines Geschäfts im Ausland macht, ist global ausgelegt und ruhte bisher auf zwei Säulen: den olympischen und paralympischen Spielen sowie Fußball. Während Olympia eher auf den Markenwert einzahlen soll, lasse sich mit dem Vehikel Fußball eher unmittelbare Verkaufsförderung betreiben. „Beides reichte uns aber nicht“, erklärt Kwon. „Zwischen zwei olympischen Spielen vergeht zu viel Zeit.“ Das im Mai verkündete Drei-Jahres-Engagement bei der IAAF solle das Intervall verkürzen.

So ist Samsung nicht nur in Berlin sichtbar, sondern auch bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Doha 2010 und der Leichtathletik-WM im koreanischen Daegu 2011. Hinzu kommen gut 50 Landes- und Kontinentalmeisterschaften. Der Plan stand zwar schon im Oktober fest, doch durch die Finanzkrise habe man Monate mit der Unterschrift gezögert. So mussten alle einen Schlussspurt einlegen, Marketing-Strategen wie Standbauer, die in Windeseile „Erlebniswelten“ gezimmert haben: „Es ist das erste Mal, dass wir knapp dran sind“, sagt Kwon. Dennoch ist er sicher: „Die Plattform ist perfekt: Hier lässt sich ein Handy besser promoten als bei einem Chelsea-Spiel.“

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