sonstige Sportarten
Verwirrung um Wirt des Café King

Um die Freilassung des in den Fußball-Wettskandal verwickelten Milan S. hat es in Berlin ein dubioses Verwirrspiel gegeben.

dpa BERLIN. Um die Freilassung des in den Fußball-Wettskandal verwickelten Milan S. hat es in Berlin ein dubioses Verwirrspiel gegeben.

Zunächst war der mitbeschuldigte Kroate gegen Zahlung einer Kaution auf Weisung der Haftrichterin des Amtsgerichts auf freien Fuß gesetzt worden, nur knapp zwei Stunden später musste er nach einer Entscheidung des Landgerichts wieder in Untersuchungshaft einrücken. Daraufhin meldete sich der Wirt des Café King freiwillig bei dem Gericht, das nun über die weitere Haft befinden muss.

"Damit hat er wohl glaubwürdig den Eindruck widerlegt, dass akute Fluchtgefahr besteht", erklärte der Anwalt von Milan S., Johannes Eisenberg. Gegen Mittag hatte Michael Grunwald, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, bestätigt, dass die Haftrichterin des Amtsgerichts Tiergarten das Mitglied der "kroatischen Wettgruppe" gegen die Zahlung einer Kaution von 40 000 Euro aus der Untersuchungshaft in Moabit entlassen hatte. Der Haftbefehl gegen Milan S. bleibe jedoch bestehen, hieß es aus der Staatsanwaltschaft, die zugleich Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt hatte.

Weil Milan S. trotzdem auf freien Fuß gesetzt wurde, wandte sich die Staatsanwaltschaft an das Landgericht, das die Haftverschonung bis zu einer Entscheidung wieder aussetzte. Daraufhin stellte sich der Kroate dem Gericht. So kam es zu der kuriosen Tatsache, dass sich Milan S. für weniger als zwei Studen auf freiem Fuß befand. Nach wie vor in Untersuchungshaft sitzen auch seine durch Schiedsrichter Robert Hoyzer mitbelasteten Brüder ein.

Als Grund für die Freilassung, die nur von kurzer Dauer war, hatte Anwalt Eisenberg erklärt, dass das Amtsgericht davon ausgegangen sei, dass der Kroate nur an Wetten auf drei Spiele der 2. Fußball-Bundesliga beteiligt war, die von Schiedsrichtern sportregelwidrig gepfiffen wurden.

Bereits in der Vorwoche hatte das Amtsgericht trotz vorangegangener Haftverschonungs-Entscheidung eine sofortige Haftentlassung abgelehnt, nachdem die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt hatte. Das Amtsgericht hatte zugleich angeordnet, dass Milan S. bis zur Entscheidung über diese Beschwerde in Untersuchungshaft bleiben müsse. Die Staatsanwaltschaft hatte nach jener Entscheidung Anlass gesehen, den Haftbefehl zu erweitern.

"Damit hat die Staatsanwaltschaft eine Verzögerung heraufbeschworen, obwohl das im Lichte der Haftverschonung der viel stärker beschuldigten Schiedsrichter Robert Hoyzer und Dominik Marks gar nicht nötig gewesen wäre", kommentierte Eisenberg.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%