VfB Stuttgart rätselt, warum das Team Platz drei verspielte
Ratlos nach der Demütigung

Der VfB Stuttgart rätselt, warum das Team Platz drei und damit das Saisonziel verspielte - und findet nur wenige Antworten. Auch Coach Matthias Sammer gilt nicht mehr als ideale Lösung im Schwabenland.

HB STUTTGART. Es wird vor allem Selbstschutz gewesen sein, der Erwin Staudt aus der Tür trieb. Als der Präsident des VfB Stuttgart den Raum verließ, erinnerte sein Abgang an eine Flucht. Zwei, drei Minuten zuvor hatte Staudt seine Verärgerung kaum zügeln können. "Es geht jetzt darum, Antworten zu finden", sagte er eine Spur zu laut. Die Tür fiel hinter Staudt just in dem Moment ins Schloss, als Trainer Matthias Sammer seine Spielanalyse beendet hatte. Staudt wusste, was ihn in den nächsten Tagen erwartet, eine Trainerdiskussion, die er vehement zu verhindern versucht hatte. Doch es gibt sie längst. In der Mannschaft, im Präsidium, unter den Fans und im Umfeld. Es gibt sie nicht erst seit diesem demütigenden 1:3 gegen Bayern München, das die letzten Hoffnungen auf einen Platz in der Champions League platzen ließ. Erwin Staudt war auch aus dem Presseraum verschwunden, weil er am Ende einer "unbefriedigenden Saison, in der wir die Chance Champions League fahrlässig preisgegeben haben", noch keine zufriedenstellenden Lösungen präsentieren konnte.

Fest steht, dass der einstige Wunschtrainer Matthias Sammer längst nicht mehr als die ideale Lösung angesehen wird, die die Schwaben auf dem Weg weiter führt, den sein Vorgänger Felix Magath einst begann und der die Stuttgarter zurück in die Spitze der Liga brachte.

Vom Schwung, von der Begeisterung vergangener Tage ist nicht viel geblieben. "Sammer raus" riefen viele Fans, als die gestrauchelten VfB-Profis mit leerem Blick vom Feld schlichen. "Wir haben einen Schritt zurück gemacht", stellte Kapitän Zvonimir Soldo gereizt fest. "Es ist doch auch schön, im Uefa-Cup zu spielen", sagte Torwart Timo Hildebrand spöttelnd.

Nun wird hinter den Kulissen über Sammers Trainingsprogramm diskutiert, das manchem zu lasch und nicht umfangreich genug erscheint. Es wird darüber gesprochen, dass es Sammer nicht gelang, Jungstars wie Hleb, Kuranyi, Hildebrand und Meira nachhaltig zu bändigen. Es gibt Diskussionsansätze über Alternativen zu Sammer. Einer der Kandidaten, Uwe Rapolder, aber hat in Köln unterschrieben, der zweite, Ottmar Hitzfeld, ehemaliger Spieler des VfB, will seine Arbeitspause fortsetzen. Zudem sieht die Vereinsführung noch genug Anhaltspunkte dafür, mit Sammer die Wende zu schaffen.

Die Macher zielen eher auf einen Personalwechsel ab. Den Weißrussen Hleb wollen sie loswerden, Arsenal London hat Interesse. Auch Meira und selbst Kuranyi stehen zur Disposition. Das Dilemma: Für die Umstrukturierung des Kaders braucht der VfB Geld. Im Uefa-Cup aber lässt sich wenig verdienen.

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