Viele Tragikomödien am Rande
Pleiten, Pech und Pannen

Die falsche Scheibe getroffen, beim Tanzen das Sprunggelenk verletzt, eine Bruchlandung aufs Eis gelegt: Was wären die Olympischen Winterspiele ohne Missgeschicke?

HB TURIN. Das Sportlerleben ist kein langer, ruhiger Fluss, sondern eine Baustelle. Zu den größten Pechvögeln in Turin gehörte die Norwegerin Gunn Margit Andreassen, die über 15 km im Biathlon auf die falschen Scheiben zielte und auf den 61. Platz zurückfiel.

Eine unfreiwillige Lachnummer unter dem Titel "Der sterbende Schwan" boten auch die italienischen Eistänzer Barbara Fusar-Poli und Maurizio Margaglio, die wenig elegant niedersanken und Gold in den Wind schreiben konnten. Italiens Hoffnung bei den Damen, Carolina Kostner, brachte die Fahne, die sie bei der Eröffnungsfeier tragen durfte, kein Glück: Bei ihr geriet der dreifache Flip zum Flop. Weltmeisterin Lindsey Jacobellis lockte das Unglück beim Snowboardcross selbst an: Als klar Führende wollte sie kurz vor dem Ziel noch eine Showeinlage zeigen - und flog auf die Nase.

Gleich doppeltes Pech hatte das italienische Ehepaar Anastasia Oberstolz-Antonova und Christian Oberstolz. Die aus Sibirien stammende Rodlerin stürzte schwer. Ihr Mann verpatzte den ersten Lauf total und musste das erträumte Gold abschreiben. Kein Wunder, dass seine Frau bedient war: "Ich hasse diese Bahn, ich kann sie nicht mehr sehen."

Einer der größten Unglücksraben war Tschechiens Eishockey-Torhüter Dominik Hasek vom NHL-Club Ottawa Senators. Nach neun Minuten waren für ihn die Spiele vorbei, als er sich in der Auftaktpartie gegen Deutschland an den Adduktoren verletzte. Unverletzt blieb Katrin Apel, die beim Biathlon zur Verpflegung ihrer Kolleginnen eingeteilt war: Als sie Martina Glagow mit einer Trinkflasche hinterherlief, stürzte sie zwei Meter tief in den Schlamm. Mit Fortuna nicht gerade im Bunde war auch Eisschnellläuferin Jenny Wolf aus Berlin, die sich beim Tanzen in der Stadt das Sprunggelenk verletzte.

Aber auch für Pechvögel gibt es mitunter ein Happyend: Anschieber Kevin Kuske stürzte beim Start bäuchlings in den Zweierbob, rappelte sich wieder auf und kletterte gerade noch in den Schlitten. Eine filmreife Szene - mit einem grandiosen Finale: Nach dem letzten Durchgang war er zusammen mit Pilot André Lange Olympiasieger. Wer zuletzt lacht, lacht am besten - das galt auch für Eisflitzerin Marianne Timmer. Über 500 Meter wurde die Niederländerin zu Unrecht disqualifiziert, auf der doppelt so langen Distanz düste sie dann zum Olympiasieg. Auch für Österreichs Ski-As Michaela Dorfmeister gab's ein Happyend: 1998 in Nagano raste sie im Super-G um eine Hundertstelsekunde an Gold vorbei. In Turin ist sie mit zwei Olympiasiegen eine der herausragenden Sportlerinnen.

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