Vierer-Bob baut auf Athletik
Lange tanzt jetzt sogar schon in der Bahn

Langes Stamm-Crew mit Kevin Kuske, Rene Hoppe und Martin Putze nahm sich im Olympia-Winter mehrere Wettkampf-Auszeiten und legte im athletischen Bereich nach

HB TURIN. Der 32 Jahre alte Zweierbob-Olympiasieger plant den ganz großen Coup: Doppel-Gold in der Eisrinne von Cesana. "Ich bin momentan auf einen gewissen Zenit, wie lange, weiß ich nicht. Deswegen ist eines ganz wichtig: Jede Chance, die ich habe, will ich auch nutzen", sagt der Ausnahmepilot, der vor einem Jahr in Calgary als erster Pilot zum dritten Mal hintereinander den Weltmeistertitel im großen Schlitten gewann. Nach dem Zweierbob-Sieg meinte er: "Das Matchbox-Rennen ist vorbei, jetzt geht's erst richtig los."

Die rasante und anspruchsvolle Bahn mit den 19 Kurven liegt ihm. "Von der ersten Minute an hatten die Bahn und ich ein besonderes Verhältnis aufgebaut. Es gibt Bahnen, da kommt man hin, fährt runter und es stimmt", meinte Lange und gestand: "Ich habe nur noch gegrinst. Das ist geil!" Cheftrainer Raimund Bethge gab ihm den Tipp: "Du musst in der Bahn tanzen."

Dies wird er spätestens am Samstagabend tun, wenn er wie Meinhard Nehmer 1976 in Innsbruck/Igls oder 1984 in Sarajevo sein Wegbereiter Wolfgang Hoppe Doppel-Olympiasieger werden sollte. Zudem würde er mit drei olympischen Gold-Medaillen fast mit Nehmer gleichziehen. "Da fehlt Andre aber immer noch eine Bronze-Medaille", betonte Nehmer, der nach den Winterspielen mit 65 Jahren in den verdienten Ruhestand geht. Sein Nachfolger im Amt des Bob-Bundestrainers soll Carsten Embach werden, der einst als Anschieber im Hoppe- und im Lange-Bob saß.

Doch der Thüringer Lange, dessen Viererbob in diesem Winter nicht so rund lief, weiß um die Schwere der Aufgabe: "Das Rennen wird noch viel härter. Wir wollen um eine Medaille mitkämpfen, wie die Farbe aussehen wird, weiß keiner." Vor allem die am Start überragenden Schweizer um Pilot Martin Annen, die Russen um Alexander Subkow sowie die im Viererbob erstaunlich starken Kanadier um Pierre Lueders könnten Lange einen Strich durch die Rechnung machen. Auch der Winterberger Rene Spies unterstrich im Training seine Ambitionen auf eine Medaille.

Daher nahm Langes Stamm-Crew mit Kevin Kuske, Rene Hoppe und Martin Putze im Olympia-Winter mehrere Auszeiten und legte im athletischen Bereich nach: "Wir haben in Matthias Trübner und Raimund Bethge Leute, die in der ehemaligen DDR groß geworden sind. Sie beherrschen die Periodisierung vor dem Wettkampf. Ich wäre dumm gewesen, nicht auf diese Geschichte zu hören", betonte Lange. Überzeugungsarbeit musste sein Coach dennoch leisten, denn nichts sammelt Lange lieber als Siege. Doch der 95-Kilo-Mann gab nach: "Ich habe einfach mal ohne Murren das gemacht, was der Trainer gesagt hat."

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