Volle Konzentration auf Olympia
Schmitt lernt aus seinen Fehlern

Angesichts seiner unbefriedigenden Ergebnisse bei der Vierschanzentournee verzichtet Martin Schmitt auif die am Wochenende beginnende Skiflug-WM. Die Olympiade habe Priorität und auf die bereite sich der viermailge Weltmeister nun intensiv vor.

HB OBERSTDORF/LEIPZIG. Martin Schmitt hat seine Lehren aus den blamablen Sturzflügen bei der Vierschanzentournee gezogen. Wie vermutet gab der 27-Jährige am Dienstag seinen Verzicht auf die Skiflug-Weltmeisterschaft am Wochenende am Kulm im österreichischen Bad Mitterndorf bekannt.

Vorausgegangen war am Montag ein Gespräch mit Bundestrainer Peter Rohwein, der sich in Oberstdorf ein Bild von Schmitts Fortschritten bei der Bewältigung der Formkrise gemacht hatte und der daraufhin nur ein Quartett für die Titelkämpfe nominierte: Michael Uhrmann (Rastbüchl), Georg Späth (Oberstdorf), Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) und Michael Neumayer (Berchtesgaden).

„Es fällt mir nicht leicht, die Weltmeisterschaften auszulassen“, sagte Schmitt. Er wolle sich aber in aller Ruhe auf die in vier Wochen beginnenden Olympischen Spiele in Turin vorbereiten. „Die haben für mich absolute Priorität. Mein Ziel ist es, bei Olympia mit der Mannschaft um eine Medaille zu springen“, sagte der viermalige Weltmeister, der seit seiner Abreise von der Vierschanzentournee nach dem Springen in Innsbruck zunächst versucht hatte, den Kopf vom Springen frei zu bekommen. Dann aber begann er in Oberstdorf gemeinsam mit seinem Coach Rolf Schilli wieder mit dem Training. Die Sprünge waren zwar nicht schlecht, aber nicht so Erfolg versprechend konstant, dass es für die WM gelangt hätte.

„Die Entscheidung haben wir gemeinsam getroffen. Martin wird die Zeit nutzen, um sich gezielt auf die Olympischen Spiele vorzubereiten“, bestätigte Rohwein die Aussage Schmitts, der nun am Stützpunkt in Hinterzarten trainieren wird, ehe er am zentralen Vorbereitungslehrgang für Turin teilnimmt. Es geht vor allem darum, die Technik zu verfeinern und das Material abzustimmen. „Anschließend ist Martin für den Weltcup in Zakopane eingeplant“, erklärte der Bundestrainer.

Ursprünglich hatte er für den Schwarzwälder noch eine Hintertür für die WM offen gelassen. „Wir können mit sechs Leuten anreisen, vier dürfen in der Qualifikation starten. Ich sehe kein Problem, ihn im Training fliegen zu lassen und dann zu entscheiden, ob es Sinn macht“, hatte Rohwein noch während der Tournee erklärt. Doch ein so schneller Anstieg der Formkurve scheint mittlerweile ausgeschlossen, um am Kulm wieder Erfolge zu verzeichnen.

Da geht der Coach eher das Risiko ein, das Mannschaftsspringen während der WM auslassen zu müssen. Sollte sich aus seinem Quartett einer verletzen, fehlt ein Springer. Rohwein verzichtete bewusst auf einen Ersatzmann. „Da kämen nur Stephan Hocke oder Maximilian Mechler in Frage, aber auch die sind von der Leistung her derzeit nicht in der Lage“, sagte Rohwein. Viel mehr sollen sie die Continentalcup- und Weltcupspringen in Japan für die Olympia-Qualifikation nutzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%