Volleyball Bundesliga
Schweriner "Talentschuppen" feiert Double-Erfolg

Mit einem 3:1-Erfolg beim TV Fischbek Hamburg haben sich die Volleyball-Damen des Schweriner SC vorzeitig die deutsche Meisterschaft gesichert. "Das Gefühl ist unglaublich gut", sagte Erfolgstrainer Tore Aleksandersen.

Die Feier nach dem gesicherten Double-Erfolg der Volleyballerinnen des Schweriner SC fiel eher verhalten aus. Eine La-Ola-Welle mit den Fans gab es nach dem 3:1 beim TV Fischbek Hamburg, mit dem der Pokalsieger aus Mecklenburg-Vorpommern drei Spieltage vor Schluss auch noch die Meisterschaft sicherte. Es war der 13. deutsche Meistertitel, sieben davon wurden schon zu DDR-Zeiten gewonnen.

"Das Gefühl ist unglaublich gut, jetzt schon als Meister festzustehen. Aber meine jungen Mädels haben sich das mit harter Arbeit verdient", erklärte Erfolgstrainer Tore Aleksandersen, der nach dem Spiel mit seinem Team noch bis halbvier Uhr morgens nach Hause fuhr. Der Norweger war ein Jahr nach der bis dato letzen Meisterschaft im Sommer 2003 mit den Worten angetreten, "dass wir in drei Jahren einen Titel gewinnen". Nun konnte er sein Ziel mit dem zweiten Schweriner Double nach 2001 sogar übertreffen.

Zu verdanken hatte er das seinem im Schnitt 22 Jahre jungen "Talentschuppen", der meisterhaft von der erfahrenen Ex-Nationalspielerin Sylvia Roll geführt wurde. "Diese Saison hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, ich habe mit den jungen Spielerinnen viel erlebt und gewonnen", meinte Roll.

Deutschem Volleyball drohen "Schweriner Zeiten"

Neben der Außenangreiferin entwickelten sich die durchweg deutschen Stammspielerinnen wie Zuspielerin Kathleen Weiß (22) oder Julia Retzlaff (18) zu einer Macht. Der Doppeltriumph könnte den Anfang von "Schweriner Zeiten" im deutschen Damen-Volleyball markieren. Aleksandersen: "Die junge Mannschaft wird sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln. Das war definitiv nicht der letzte Titel für diese Mädels."

Der zuvor schon in den USA als Meister mit Minnesota erfolgreiche Coach will sein Erfolgsprojekt zumindest noch zwei Jahre weiterführen. Er hat bei dem Verein mit einem Jahresetat von 700 000 Euro und nur drei Profis bewiesen, dass viel Geld und teure Spielerinnen aus dem Ausland nicht der einzige Weg zum Erfolg sind. Von 20 auf 30 Stunden wöchentlich steigerte er in den letzten Jahren das Trainingspensum seiner Talente, öffnete ihnen mit Trainingslagern in Japan und China die Augen für die Volleyball-Welt jenseits von Deutschland.

Ob Schwerin im nächsten Jahr allerdings im europäischen Top-Teams-Cup um den nächsten Titel schmettert, ist aus finanziellen Gründen noch unklar. Mehr Geld in die Kasse könnte der Umzug in eine größere Halle bringen, denn bislang können nur 800 Zuschauer pro Spiel die Erfolge feiern. Die Mannschaft mit dem beispielhaften Teamspirit will in der nächsten Saison auf jeden Fall zusammenbleiben, hat sich aber zuvor den 7. Mai ganz dick im Kalender angestrichen. Roll: "Nach dem letzten Bundesliga-Spiel holen wir die Feier nach. Das wird eine gigantische Party."

© SID

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