Volleyball EM
Deutsche Volleyballer verpassen Halbfinale

Durch ein 3:0 gegen Frankreich haben sich Deutschlands Volleyballer mindestens den fünften Platz bei der EM sowie die direkte Qualifikation für die EM 2009 gesichert. Der Traum vom Halbfinale platzte allerdings

Zwar die beste EM-Platzierung seit 14 Jahren eingefahren, am Halbfinale aber um Haaresbreite vorbeigeschlittert: Deutschlands Volleyballer schwankten nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle in St. Petersburg zwischen Lachen und Weinen über ihren fünften Platz. Vor dem Internet-TV auf einem Laptop im Teamhotel erlebten die Spieler als fassungslose Zuschauer mit, wie Spanien bei einer Satzführung von 2:0 gegen Serbien einen Matchball vergab. Ein 3:0 hätte Deutschland in die bereits abgeschriebenen Finalrunden-Spiele in Moskau befördert und damit die Chance auf die anvisierte erste Medaille der Geschichte erhalten.

Zuvor hatte das Team nach einem überzeugenden 3:0 (25:14, 25: 22, 25:21) gegen Angstgegner Frankreich beim Zwischenrunden-Finale über die direkte Qualifikation für die EM 2009 in der Türkei gejubelt. "Die Stimmung in der Mannschaft ist beschissen. Wir hatten nicht mehr mit dem Halbfinale gerechnet, aber es wäre so schön gewesen", meinte Max Günthor, nachdem sich die Hoffnung auf spanische Schützenhilfe nicht erfüllt hatte. Das 3:2 der mit 10:0 Punkten ungeschlagenen Iberer reichte nicht, Serbien sicherte sich bei Punktgleichheit von 6:4 Zählern mit 12:8 Sätzen das Halbfinal-Ticket vor Deutschland (10:7).

"Gut angefangen und gut aufgehört"

"Das ist schon bitter, aber wir haben das Minimalziel erreicht. Wir haben sehr gut angefangen und sehr gut aufgehört - leider haben wir dazwischen eine kleine Pause gemacht. Das ist die EM der verpassten Chancen", erklärte Bundestrainer Stelian Moculescu: "Das Gewicht der Medaille war für diese Mannschaft halt noch zu groß." 1993 in Finnland war ein deutsches Team letztmals ins Halbfinale eingezogen, damals reichte es aber nur zu einem von vier vierten Plätzen in der Historie als beste EM-Ergebnisse.

Der gegen Frankreich mit 17 Punkten erneut überragende Hauptangreifer Jochen Schöps zog einen Tag nach der 1:3-Pleite gegen Spanien trotz bester Siegchancen ebenfalls eine gemischte EM-Bilanz: "Wir haben uns das selbst zuzuschreiben. Aber insgesamt müssen wir die Wellenbewegungen reduzieren und abgeklärter in entscheidenden Situationen werden."Der deutsche Block stand

Gegen Frankreich zeigte die von den beiden bei der EM mit Weltklasseleistungen glänzenden Schöps (Angriff) und Stefan Hübner (Block) geführte Mannschaft nach einer Teamsitzung wieder ihr sonniges Gesicht. Simon Tischer führte im Zuspiel klug Regie, die "deutsche Mauer" im Block war ein fast unüberwindliches Hindernis. Nach nur 66 Minuten war der 20. Sieg im 67. Duell gegen den Nachbarn perfekt.

"Unterm Strich haben wir hier keine Medaille gewonnen, deshalb bin ich enttäuscht. Die Popularität einer Sportart hängt nun mal mit Erfolgen zusammen", meinte Verbandschef Werner von Moltke. Erstmals klang auch leichte Kritik an Moculescu an: "Ich verstehe Stelian auch nicht, wenn er sagt, dass der Druck zu hoch war. Aber jetzt müssen wir uns halt für Olympia 2008 in Peking qualifizieren und dort einen spektakulären Erfolg feiern." Ein deutsches Team war letztmals vor 36 Jahren bei Sommerspielen dabei.

© SID

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