Volleyball EM
Niederlande beflecken deutsche EM-Weste

Die Niederlande haben durch den 3:0-Sieg im dritten EM-Vorrundenspiel in St. Petersburg für den ersten Fleck auf der weißen Weste der deutschen Nationalmannschaft gesorgt und deren Siegesserie beendet.

Deutschlands Volleyballer ziehen nicht mit weißer Weste in die Zwischenrunde der EM in St. Petersburg ein. Im dritten Vorrundenspiel unterlagen die Deutschen überraschend den Niederlanden 0:3 (15:25, 24:26, 19:25) und kassierten so ihre erste Turnier-Niederlage. Zuvor hatte sich das deutsche Team nach dem 3:1 gegen Sydney-Olympiasieger Serbien durch ein 3:0 (25:17, 25:19, 25:15) gegen Griechenland für die Zwischenrunde qualifiziert. Mit dem 0:3 gegen die mit zwei Pleiten in die Titelkämpfe gestarteten Niederländer endete eine Serie von 13 Spielen ohne Niederlage.

"Wir sind zurück auf der Erde. Die ersten beiden Spiele haben wir sehr gut gespielt, diesmal hatten wir das Pech an den Händen", erklärte Bundestrainer Stelian Moculescu: "Wir haben auf die Schnauze gekriegt, aber nach dem Ruhetag greifen wir neu an."

Abhängig vom Ausgang des letzten Gruppenspiels zwischen den zum Auftakt 3:1 bezwungenen Serben und Griechenland nimmt sein Team 2:2 - im Falle der Qualifikation der Niederlande - oder 4:0 Punkte in die Zwischenrunde mit.

Dort warten die Slowakei, Europaliga-Sieger Spanien und Frankreich, "allesamt schlagbare Gegner" (Ralph Bergmann). Drei Siege würden das erste deutsche EM-Halbfinale seit 14 Jahren garantieren. 1993 reichte es jedoch nur zu einem der vier vierten Plätze in der Historie.

"Medaille wäre ein Zeichen"

Das soll diesmal laut Verbandschef Werner von Moltke anders werden, damit auch in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ein Durchbruch gelingt: "Eine Medaille wäre das sichtbarste Zeichen für den Erfolg. Die Spiele gegen die Niederlande sind halt immer ganz besondere, das wirft die Mannschaft nicht um."

Tatsächlich zeigte das deutsche Team gegen den aufschlagstarken Nachbarn erstmals bei der EM Zeichen von Nervosität und konnte nicht an die überragenden Leistungen aus den beiden ersten Spielen anknüpfen. Knackpunkt war der zweite Durchgang, als beim Stand von 24:23 ein Satzball vergeben wurde. "Das war ganz schlecht. Jetzt müssen wir den Faden wieder aufnehmen, den wir gegen die Holländer verloren haben", meinte Routinier Stefan Hübner.

Mit den Siegen in den ersten beiden Spielen waren die als 1:34-Außenseiter ins Rennen gegangenen Deutschen zu einem der Geheimfavoriten auf den Titel aufgestiegen. "Sie sind der Favorit in dieser Meisterschaft. Ich bin sicher, dass sie einer der vier Halbfinalisten sein werden", meinte der beeindruckte griechische Trainer Alexandros Leonis.

Nach jahrelanger Erfolglosigkeit hat Chefcoach Moculescu ein Weltklasse-Team geformt, dessen besondere Stärke die Ausgeglichenheit auf hohem Niveau ist. Gegen Serbien überragte Hübner, gegen die Griechen baute der 2,12-m-Gigant Robert Kromm eine am Netz fast unüberwindliche "deutsche Mauer" auf, ehe es gegen die Niederlande einen Rückfall in längst vergessen geglaubte Zeiten gab. Bester deutscher Punktesammler der Vorrunde war Jochen Schöps mit 44 Zählern.

© SID

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