Volleyball EM
Siegesserie der Volleyballer soll bei EM halten

Nach elf Länderspielen ohne Niederlage ist das Selbstbewusstsein der deutschen Volleyball-Männer vor der EM in Russland gestärkt. Die Serie soll auch nach dem heutigen Auftaktspiel gegen Serbien weiter Bestand haben.

Deutschlands Volleyball-Riesen greifen in Russland nach der ersten EM-Medaille. "Es muss endlich mal klappen, das wäre ein Signal für den ganzen Hallenvolleyball", sagt Verbandspräsident Werner von Moltke vor den am Donnerstag gestarteten Titelkämpfen: "Das Ziel ist Moskau, ganz klar."

In der russischen Hauptstadt finden am 15. und 16. September die Finalspiele der besten vier Teams des Kontinents statt, doch der Weg dorthin ist steinig. Viermal in der EM-Geschichte seit 1948 belegten deutsche Volleyballer Rang vier, doch der Griff nach Edelmetall scheiterte jedes Mal.

"Eine Medaille ist möglich, aber man sollte nicht zu weit vorausdenken. Bei der letzten WM kamen von den besten neun Teams sieben aus Europa - das zeigt die brutale Konkurrenz", sagt Hauptangreifer Jochen Schöps.

Schwere Gegner in der Vorrunde

In der Vorrundengruppe in St. Petersburg warten im WM-Vierten Serbien (heute), dem Weltranglisten-Elften Griechenland und dem Erzrivalen Niederlande harte Brocken. In Frankreich könnte ein EM-Mitfavorit in der Zwischenrunde folgen, Titelverteidiger Italien, Russland oder die WM-Medaillengewinner Polen und Bulgarien wären in der Finalrunde potenzielle Gegner.

"Es gibt eine Handvoll Favoriten. Wir müssen erstmal die Vorrunde überstehen, dann sehen wir weiter", meint Bundestrainer Stelian Moculescu, der den VfB Friedrichshafen in diesem Jahr zum überraschenden Triumph in der europäischen Champions League führte: "Aber wir fahren sicher nicht als Kanonenfutter zur EM."

In jahrelanger akribischer Arbeit hat "Stelu" aus den Verlierern von einst eine Mannschaft geformt, die in den letzten elf Vorbereitungsspielen unter anderem Vizeweltmeister Polen, Serbien oder Rekord-Europameister Russland in Serie besiegte - seit elf Spielen sind die deutschen "Riesen" nun schon ungeschlagen. Nun will der Meistertrainer den Lohn ernten - und nach den Sommerspielen 2008 in Peking aufhören: "Ja, es zeichnet sich ab. Im Augenblick sage ich: Ich versuche, Olympia zu erreichen, danach höre ich auf."

Nach Platz neun bei der WM soll nächster Schritt folgen

Bei der EM vor zwei Jahren war das deutsche Team nicht dabei, bei der WM 2006 Neunter, und nun folgt der Griff nach der Sternen. "Die Vorbereitung war wirklich gut, aber wir waren noch nicht am Optimum", sagt Moculescu. Die Blessuren von Zuspieler Simon Tischer und dem überragenden Mittelblocker Stefan Hübner sind überwunden, und in dem eingebürgerten Georg Grozer Junior steht ein weiterer schlagkräftiger Angriffsspieler erstmals im Aufgebot bei einem großen Turnier.

Grozers Vater war in der Glanzzeit des deutschen Männer-Volleyballs Anfang der 90er Jahre die tragende Säule, doch dann wurde er aus dem Nationalteam verbannt - und die Olympia-Qualifikation wurde verpasst.

Diesmal soll ein Erfolg bei der EM der erste Schritt zur ersten deutschen Olympia-Teilnahme seit 36 Jahren sein. "Peking ist für alle das riesengroße Ziel. Aber vielleicht erleben wir ja schon vorher einen Höhepunkt", meint Schöps.

Die ersten drei der EM erhalten ein Ticket für das erste Olympia-Qualifikationsturnier Ende November in Japan.

© SID

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