Volleyball EM
Volleyballer bei der EM vor dem Aus

Nach der 1:3-Niederlage gegen Spanien stehen Deutschlands Volleyballer bei der EM in Russland vor dem Aus. Das Nationalteam braucht im letzten Gruppenspiel Schützenhilfe der Spanier und einen Sieg gegen Frankreich.

Bei der EM in Russland hat Deutschland seine gute Ausgangsposition verspielt. Beim 1:3 (19:25, 25:15, 24:26, 24:26) gegen Spanien kassierte das Nationalteam seine zweite Turnier-Niederlage und steht damit vor dem Aus. Mit 4:4 Punkten belegt das deutsche Team Platz drei in der Gruppe E in St. Petersburg, nur die besten beiden Teams qualifizieren sich für das Halbfinale in Moskau.

"Goodbye! Wenn man seine Chancen nicht nutzt, kann man nicht gewinnen", meinte Bundestrainer Stelian Moculescu frustriert: "Die Jungs waren das erste Mal in der Situation, um eine Medaille zu spielen. Vielleicht war der Druck für sie zu groß." Björn Andrae saß mit seinen Teamkollegen danach mit leerer Miene auf dem Boden: "Wir hatten alles in der Hand, aber haben den Sack einfach nicht zugemacht. Es ging zum ersten Mal um eine Medaille, da spielt die Nervosität schon eine Rolle."

Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen die Slowakei ist Frankreich am Donnerstag (13.00 Uhr Mesz) letzter deutscher Zwischenrundengegner. Mit einem 3:0 würde sich Deutschland in jedem Fall Gruppenplatz drei sichern, der zumindest die direkte Qualifikation für die Europameisterschaft 2009 bedeuten würde. Zugleich bestünde noch die theoretische Chance auf den Sprung zu den Finalspielen in Moskau, allerdings müssten dazu die mit 8:0 Punkten bereits sicher für das Halbfinale qualifizierten Spanier gegen Serbien Schützenhilfe leisten.

"Werden sehen, wo der deutsche Volleyball wirklich steht"

"Gegen Spanien werden wir sehen, wo der deutsche Volleyball wirklich steht", hatte Hauptangreifer Jochen Schöps vor dem Spiel erklärt. Drei der vier Europaliga-Duelle hatte Deutschland gegen Spanien gewonnen, doch der Start war einen Tag nach dem souveränen 3:0 gegen die Slowakei wenig verheißungsvoll.

Nach einigen Fehlern in der Annahme stand es im ersten Satz schnell 5:11. Mit dem Aufschlag wurde keine Wirkung gegen die souveränen Spanier erzielt, und im Angriff war nur der beste Punktesammler Schöps eine sichere Bank. Zudem traf Zuspieler Frank Dehne bei seinen Pässen zu oft die falsche Wahl, so ging der erste Satz symptomatisch mit einem Eigenfehler von Björn Andrae an die Spanier.

Tischer bringt gute Ideen ins Spiel

Die Wende brachte beim Stand von 4:4 im zweiten Durchgang zunächst die Einwechslung von Zuspieler Simon Tischer, der bis zu einer Fingerverletzung vor den Titelkämpfen Regie im deutschen Team geführt hatte. Mit seinem schnellen und mit vielen Überraschungseffekten gespickten Spiel brachte er die Spanier aus dem Konzept. Plötzlich stand am Netz auch die gefürchtete "deutsche Mauer" um Routinier Stefan Hübner im Block.

Mit der wohl besten Leistung im gesamten Turnierverlauf wurde der zweite Satz souverän gewonnen und auch im dritten Durchgang führten die von Tischer klug eingesetzten Deutschen mit 16:11. Doch plötzlich zitterte das Team von Trainer Stelian Moculescu wieder. Ausgerechnet der bis dahin überragende Schöps scheiterte nach dem Zwischenstand von 24:22 am spanischen Block und wenig später kassierten die frustrierten Deutschen den 1:2-Satzrückstand.

Auch im vierten Satz führten die Deutschen 24:23, doch erneut versagten im entscheidenden Moment bei einer Punktchance die Nerven und die zehnte Niederlage im 45. Duell gegen die Spanier stand fest. Damit bleibt statt der ersten EM-Halbfinalteilnahme seit 14 Jahren - damals reichte es zu einem von vier vierten Plätzen in der Geschichte - wohl nur die Chance zur Schadensbegrenzung gegen Frankreich. Das letzte Duell hat Deutschland bei der WM 2006 mit 3:1 gewonnen.

© SID

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