Volleyball Nationalmannschaft
Bundestrainer kritisiert Volleyball-Weltverband

Raul Lozano hat den Volleyball-Weltverband wegen der kurzfrsitigen Entscheidung, dem Sieger der Europaliga eine Qualifikationschance für die Weltliga zu bieten, kritisiert.

Volleyball-Bundestrainer Raul Lozano hat den Weltverband Fivb offen angegriffen. Grund seiner Kritik ist die erst zu Beginn dieser Woche kommunizierte Entscheidung, dem Sieger der Europaliga-Finalrunde am Wochenende in Portimao/Portugal eine Qualifikationschance für die mit 20 Mill. Dollar dotierte Weltliga 2010 einzuräumen. Zuvor hatte die Fivb bereits kurzfristig den Termin der WM-Qualifikation um eine Woche nach vorverlegt.

"Ich bin ein Gegner dieser Entscheidungen. Das macht sinnvolles Planen und Arbeiten unmöglich. Das alles ist ein Desaster", sagte Lozano. Man könne solche Entscheidungen nicht erst publizieren, wenn gar nicht mehr alle Teams an der Europaliga teilnehmen würden. Laut Sportdirektor Günter Hamel wäre die deutsche Auswahl möglicherweise mit ganz anderen Spielern angetreten, wenn vor Beginn der Europaliga bekannt gewesen wäre, dass der Sieger eine Chance auf die Teilnahme an der lukrativen Weltliga erhält.

Terminchaos droht

Jetzt reist das deutsche Team ohne die nach Pausen noch nicht hundertprozentig leistungsfähigen Björn Andrae (Kapitän) und Simon Tischer (Stammzuspieler) nach Portimao, wo am Samstag das Halbfinale gegen Gastgeber Portugal ansteht. In einem möglichen Finale wäre Europameister Spanien oder Titelverteidiger Slowakei der Gegner. Falls Deutschland erstmals die Europaliga gewinnen sollte, warten weitere Probleme, denn dann müssten im August und September zwei Qualifikationsrunden für die Weltliga bestritten werden.

"Dadurch würde die weitere Planung wieder über den Haufen geworfen", sagte Lozano. Bereits der geänderte Termin für die WM-Qualifikation hatte den Argentinier über alle Maßen erzürnt. Ursprünglich war die Ausscheidung für die WM 2010 in Italien wie die drei anderen europäischen Qualifikationsturniere vom 14. bis 16. August geplant. Jetzt findet sie bereits vom 7. bis 9. August ausgerechnet beim Hauptkonkurrenten Finnland statt. Den Protest des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), der zudem die Ausrichtung des Turniers zum ursprünglichen Termin angeboten hatte, schmetterte die Fivb ab.

© SID

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