Volleyball Nationalmannschaft
Bundestrainer Moculescu macht im Sommer Schluss

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft braucht im Sommer einen neuen Bundestrainer. Amtsinhaber Stelian Moculescu hat überraschend seinen Rückzug angekündigt.

Eine zauberhafte Show wünscht er sich noch, dann verlässt der Volleyball-Magier die große Bühne. "Olympische Spiele sind das Größte. Es wäre zu schön, wenn ich mit meiner Mannschaft nach Peking gehen könnte. Aber danach ist für mich Schluss. Die Belastung wird zu groß", sagte Bundestrainer Stelian Moculescu in Düsseldorf. Der wohl weltbeste Volleyball-Coach stellt seinen Job spätestens im August zur Verfügung, will aber mindestens bis 2009 weiter die Fäden beim deutschen Serienmeister VfB Friedrichshafen ziehen.

"So weiter zu arbeiten wie bisher, dass schaffe ich nicht mehr. Ich gehe straff auf die 60 zu und muss an meine Gesundheit denken", begründete der 57-Jährige seinen "lange gereiften Entschluss." Seit dem 1. Januar 1999 betreut der gebürtige Rumäne die Männerauswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), führte das Team aus der absoluten Versenkung zum 9. Platz bei der WM 2006, zum 5. Platz bei der EM 2007 und möchte seine zweite Bundestrainer-Epoche (zuvor bereits von 1987 bis 1990) möglichst mit der ersten Olympia-Teilnahme deutscher Volleyballer seit 1972 krönen.

"Für mich würde sich ein Kreis schließen"

"Ich bin sicher, dass wir es schaffen", meint Moculescu mit Blick auf die entscheidende Qualifikation vom 23. bis 25. Mai in Düsseldorf. Dort muss das DVV-Team für das Peking-Ticket immerhin Europameister Spanien, Kuba und Taiwan besiegen.

"Das wäre eine richtig schöne Geschichte. Für mich würde sich ein Kreis schließen. Ich bin mit Olympia gekommen und würde mit Olympia gehen", meint Moculescu in Anspielung auf seine eigene Vergangenheit. 1972 in München schaffte "Stelu" als Nationalspieler mit Rumäniens Mannschaft Platz fünf und setzte sich dann nach Deutschland ab. Ende der 70er Jahre begann dann seine zweite Karriere als Spielertrainer beim damaligen TSV 1 860 München.

Seit dieser Zeit sammelte der Volleyball-Gigant Titel wie die sprichwörtlichen reifen Früchte, wurde mit seinen Teams 13-Mal deutscher Meister, 15-Mal Pokalsieger und gewann als bisheriger Höhepunkt seiner Trainer-Laufbahn 2007 mit dem VfB Friedrichshafen die Champions League.

Auszeit wegen Herzproblemen

Danach erhielt der vom europäischen Verband CEV zum "Besten Trainer der Champions League" Gewählte sogar ein Job-Angebot von Italiens Meister Sisley Treviso, was er aber zugunsten des VfB und der deutschen Nationalmannschaft ausschlug. Bereits im Sommer letzten Jahren musste der Vater dreier Kinder aufgrund von Herzproblemen eine einmonatige Auszeit nehmen.

"Wir sind Moculescu zu größtem Dank verpflichtet", meinte Werner von Moltke. Der DVV-Präsident muss sich nun um einen Nachfolger kümmern, Gespräche darüber habe es noch nicht gegeben. "Der Neue kriegt von mir eine fertige Mannschaft, die Medaillen gewinnen kann", schilderte Moculescu die Situation. Die in seiner Karriere noch fehlende Medaille freilich möchte er am liebsten selbst gewinnen. In Peking.

© SID

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