Volleyball Nationalmannschaft
Volleyball-Bundestrainer Lee tritt zurück

Der bisherige Frauen-Volleyball-Bundestrainer Hee Wan Lee hat dem DVV überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der Südkoreaner begründete seinen Schritt mit der fehlenden "Vertrauensbasis zu den Bundesligavereinen".

Die Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen ist führungslos: Der bisherige Nationaltrainer Hee Wan Lee hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der Südkoreaner, der seit sieben Jahren Chefcoach der Volleyballerinen ist, informierte laut Verbandsmitteilung den Vorstand des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), dass er aufgrund der jüngsten Entwicklung und der geäußerten Kritik an seinem Kommunikationsverhalten keine Vertrauensbasis zu den Bundesligavereinen mehr sehe. Ein Nachfolger für Lee steht ein halbes Jahr vor der WM in Japan (ab 31. Oktober) noch nicht fest.

"Wir bedauern den Entschluss von Hee Wan Lee, der sich nicht mehr umstimmen ließ", sagte DVV-Präsident Werner von Moltke. Bei der Besetzung des Postens werde es keinen Schnellschuss geben. Aber es sei auch Eile geboten, die Saison der Nationalmannschaft würde schließlich im Mai beginnen.

Sportdirektor-Posten ebenfalls vakant

Lee bot an, das Team bei den EM-Qualifikationsturnieren Ende Mai und Anfang Juni noch zu betreuen. Eine Entscheidung darüber ist beim DVV aber noch nicht gefallen. In der Amtszeit von Lee gelang zweimal die Olympia-Qualifikation sowie der Gewinn von EM-Bronze 2003.

Erschwerend kommt in der momentanen Lage hinzu: Der Posten des Sportdirektors ist seit dem Renteneintritt von Siegfried Köhler im Sommer vorigen Jahres verwaist. Ein erst am vergangenen Wochenende ausgehandelter "Frieden" zwischen DVV und Liga in der Personalie Lee ist nun gegenstandslos.

Lee stand im Kreuzfeuer der Kritik

In der Amtszeit von Lee gelang die Olympia-Qualifikation für Sydney 2000 (Rang sechs) und Athen 2004 (neun) sowie der Gewinn von EM-Bronze 2003. Bereits nach dem Vorrunden-Aus bei der EM im September 2005 mit Rang 11, zugleich schlechtestes Abschneiden aller Zeiten, hatte es Kritik von Spielerinnen ("Er ließ uns auf dem Parkett sterben") und Funktionären gegeben. In den letzten Wochen gab es dann erneut Ärger aus den Klubs, weil Lee gemeinsam mit dem DVV die Idee entwickelt hatte, neben seiner Funktion als Bundestrainer auch einen Verein zu betreuen und einige Nationalspielerinnen dort zu konzentrieren.

Trotz seines Rücktritts ist Lee von Mittwoch bis Sonntag in Italien unterwegs, um mit den Auswahlspielerinnenn Angelina Grün, Cornelia Dumler und Olessya Dumler zu sprechen. Am Montag ist er bei einer Sitzung mit den Trainern der Bundesligisten in Berlin dabei, um die Vorgehensweise für die anstehenden Monate zu erörtern.

Der 50-Jährige hatte seinen Rückzug intern am Montag angekündigt und am Mittwoch schriftlich den Vorstand des Verbandes informiert. In der DVV-Pressemitteilung heißt es, dass er aufgrund der jüngsten Entwicklung und der geäußerten Kritik an seinem Kommunikationsverhalten keine Vertrauensbasis zur Liga mehr sehe.

© SID

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