Volleyball Olympia
Volleyballer spielen um ihren olympischen Traum

Beim olympischen Qualifikationsturnier in Düsseldorf können die deutschen Volleyballer die erste Olympiateilnahme seit 1972 verwirklichen. Gegner sind Kuba, Spanien und Taiwan.

Es gibt keine zweite Chance, alles andere als der Gruppensieg beim olympischen Qualifikationsturnier in Düsseldorf zählt für Deutschlands Volleyball-Männer nicht. Für Stelian Moculescu geht es um die Krönung seiner Laufbahn als Bundestrainer, für die Mannschaft um die erste Olympia-Teilnahme seit 36 Jahren. Nur noch an Taiwan, Kuba und Europameister Spanien kann der Peking-Traum von Freitag bis Sonntag noch zerplatzen.

"Die Mannschaft ist reif für die Olympischen Spiele und soll jetzt die Früchte ernten. Eine Sportart wird erst durch Olympia geadelt", sagte Moculescu und unterstrich die immense Bedeutung des dreitägigen Turniers in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Olympia sei die Vision dieser Mannschaft und der einzige Grund, warum dieses Team so zusammen sei und halte.

In Taiwan wartet am Freitag sozusagen der Wunschgegner zum Auftakt. Gegen die Asiaten könne sich die Mannschaft laut Moculescu in das Turnier spielen, ehe tags darauf in den "athletischen Monstern aus Kuba" (Mittelblocker Ralph Bergmann) die große Unbekannte bezwungen werden muss. Am Sonntag kommt es dann zum Showdown mit dem vermeintlichen Hauptkonkurrenten Spanien.

Dann entscheidet sich auch maßgeblich die Zukunft des deutschen Volleyballs, denn an der Olympia-Qualifikation hängen hohe Fördergelder. Das Peking-Ticket ist einer der so genannten Meilensteine, die der Verband dem Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) im Rahmen eines langfristigen Konzepts vorgelegt hat. Nur beim Erreichen des Meilensteins fließt das Geld üppig. Momentan erhalten die Nationalspieler vom Verband lediglich eine Pauschale von zwölf Euro pro Tag.

In den letzten beiden Härtetests kamen jedoch Zweifel an der Stärke und dem Zusammenhalt im Team auf, als es gegen die USA binnen weniger Tage nach schwachen Leistungen zweimal klar (0:3 und 1:3) unterlag. Moculescu war restlos bedient und hielt seinen Stars eine deftige Standpauke. "Manchmal läuft eben nicht alles nach Plan, doch jetzt sind wir auch für schwierige Situationen gewappnet", meinte Moculescu.

Für den gebürtigen Rumänen würde sich in Düsseldorf der Kreis schließen. Als Spieler war er 1972 in München dabei, wo Deutschlands Männer zuletzt qualifiziert waren. Nun will der scheidende Bundestrainer seine Laufbahn mit dem Olympia-Ticket krönen, um sich anschließend auf seine Arbeit beim deutschen Abonnement-Meister VfB Friedrichshafen zu konzentrieren.

Doch Moculescu und sein Team wollen nicht nur die Qualifikation für die Sommerspiele schaffen, sondern auch die Kritiker zum Schweigen bringen, die dem Team die nötige Siegermentalität absprechen. In der Vergangenheit zeigte die Mannschaft oft Nerven und gab Spiele nach mehreren Matchbällen noch aus der Hand.

Der Erfolgscoach reagiert genervt auf Anspielungen dieser Art und weist sie als "völligen Unsinn" zurück. Auch Bergmann wehrt sich gegen das Verlierer-Image, das der Mannschaft anhaftet. "Wir sind keine Verlierer. Es sind halt oft ein bis zwei Bälle, die entscheiden, ob du Depp oder König bist. Das Team glaubt an sich, das steht völlig außer Frage", erklärte der Routinier.

Neben dem eigenen Glauben baut die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) vor allem auf den Heimvorteil. Bislang sind für das Turnier im 12 000 Zuschauer fassenden ISS Dome allerdings nur etwa 2000 Tickets pro Tag verkauft worden.

Der Spielplan in Düsseldorf:

Freitag: Deutschland - Taiwan (17.00 Uhr), Spanien - Kuba (20.00); Samstag: Spanien - Taiwan (17.00), Deutschland - Kuba (20.00); Sonntag: Kuba - Taiwan (12.00), Deutschland - Spanien (15.00).

© SID

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