Volleyball WM
Bittere Niederlage für deutsche Volleyballerinnen

Einen Matchball verspielt und verloren: Die deutschen Volleyballerinnen mussten sich dem Erzrivalen Niederlande beim Zwischenrunden-Auftakt der WM in Japan mit 2:3 geschlagen geben.

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen musste sich beim Zwischenrunden-Auftakt der Weltmeisterschaft in Japan der Niederlande trotz eines Matchballs geschlagen geben. Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti verlor in Osaka gegen den Erzrivalen 2:3 (25:23, 21:25, 23:25, 25:23, 14:16).

"Der Medaillentraum ist damit wohl ausgeträumt. Nur ein einziger Punkt hat gefehlt - ich mag gar nicht daran denken, welche Riesenchance wir gerade für den Volleyball in Deutschland verpasst haben", meinte Delegationschef Götz Moser, munterte seine mit ausdruckslosen Gesichtern schweigend in der Kabine versammelten Frauen aber gleich wieder auf: "Die Welt geht aber nicht unter, und die Moral dieser Mannschaft ist auch nicht gebrochen."

Der Frust saß aber schon sehr tief, denn ausgerechnet bei einem der wichtigsten Spiele der letzten Jahre boten die deutschen Damen die "mit Abstand schwächste Leistung dieser WM" (Christina Bennecke). Im Finalsatz schien bei sechs Punkten Vorsprung trotzdem alles für den vierten Sieg im vierten Jahresvergleich gegen den Erzrivalen gelaufen, doch dann bekamen die Deutschen plötzlich keinen Ball mehr auf den Boden. "Wir sind von den Toten auferstanden, weil die Deutschen Angst bekommen haben", meinte der holländische Trainer Avital Selinger treffend.

Ein Medaillenrang ist weiter drin

Den deutschen Matchball beim 14:13 wehrten die Holländerinnen ab, ehe ausgerechnet ein Block der ehemals beim USC Münster beschäftigten Chaine Staelens (31 Punkte) gegen die bis dahin starke Birgit Thumm die Entscheidung brachte.

"Solche Fehler haben wir seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht. Irgendwie beginnt es halt im Hinterkopf zu rattern, welche Chancen bis zur Medaille wir bei einem Sieg gehabt hatten", meinte Christiane Fürst. Theoretisch ist Edelmetall als derzeitiger Tabellendritter immer noch drin - aber dann müsste das deutsche Team alle verbleibenden Spiele gegen Außenseiter Puerto Rico am Donnerstag (6 Uhr MEZ/live bei arena), Topfavorit Brasilien sowie die USA gewinnen und zudem noch auf Schützenhilfe hoffen. Russland (3:0 gegen Puerto Rico) und Brasilien (3:0 gegen Aserbaidschan) sind mit 8:0 Punkten klar auf Semifinalkurs, dahinter folgen Deutschland, Holland, China und die USA mit 4:4 Zählern.

Grün trotz Fieber erfolgreichste Scorerin

"Ans Halbfinale denkt ab jetzt bei uns niemand mehr, wir müssten mindestens noch zwei unserer drei Spiele gewinnen, damit wir um die Plätze fünf bis acht spielen können", sagte der restlos enttäuschte Bundestrainer Giovanni Guidetti mit tiefen Ringen unter den Augen: "Aber mit diesem Level in Angriff und Annahme haben wir keine Chance. Wir haben so schlecht gespielt, dass wir diese Niederlage verdient haben."

Immer wieder scheiterten die deutschen Angreiferinnen am turmhohen Block der athletisch überlegenen Holländerinnen, dagegen schwächelte die deutsche Attacke mit der schwer erkälteten Angelina Grün. Die Spielführerin war trotz Fiebers mit 21 Punkten auch im sechsten WM-Spiel die erfolgreichste Scorerin. "Das war ein herber Dämpfer. Aber mit der Wut über unser Versagen im Bauch müssen wir ab jetzt jedes Spiel gewinnen", meinte Grün mit brüchiger Stimme.

In der anderen Zwischenrundengruppe steuern das weiter ungeschlagene Überraschungsteam von Serbien und Montenegro (8:0 Punkte/3:0 gegen Südkorea) und Weltmeister Italien (6:2/3:0 gegen Polen) auf Halbfinalkurs. Taiwan (6:2) kassierte mit dem 1:3 gegen die Türkei seine erste Niederlage.

© SID

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