Volleyball WM
Brasilien zu stark für deutsche Volleyball-Asse

Mit einem 0:3 gegen Brasilien hat die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft die Vorrunde bei der WM in Japan beendet. Zuvor waren der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes vier Siege gelungen.

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Japan im letzten Vorrundenspiel die erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen Top-Favorit und Titelverteidiger Brasilien unterlag das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu 0:3 (13:25, 21:25, 22:25). Bereits zuvor hatte sich die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) für die Zwischenrunde qualifiziert.

"Die Erde hat uns wieder. Das war learning by doing", sagte Moculescu nach nur 77 Minuten Spieldauer. Das sei ganz einfach eine andere Geschwindigkeit der Bälle, an die man sich gewöhnen müsse: "Da kommt es einem gegen andere Teams wie Softball vor." Der 56-Jährige hakte die Partie gegen den Titelverteidiger schnell ab, auch wenn er ab dem zweiten Satz "kleine Chancen" gesehen hatte. "Aber die haben wir nicht genutzt, und da kriegst du gegen die Brasilianer nicht so viele", meinte der 56-Jährige: "Das war Volleyball vom Feinsten."

Nun gegen Italien, Bulgarien, USA und Tschechien

In der Zwischenrunde warten am Samstag der Olympiazweite Italien (mit 4:2 Punkten), am Sonntag der noch ungeschlagene Weltliga-Vierte Bulgarien (6:0) sowie der Olympiavierte USA (2:4/28. November) und der EM-Neunte Tschechien (0:6/29. November). Die Auswahl des DVV nimmt wie Brasilien und der zuvor 3:1 bezwungene Weltliga-Zweite Frankreich 4:2 Zähler mit. Kuba startet mit 0:6 Zählern. "Wir haben uns hier Respekt verschafft", resümierte Moculescu: "Die kommenden Gegner sind gewarnt. Spekulationen über mögliche Platzierungen sind kontraproduktiv."

Hoffnungen auf eine makellose Bilanz zerstörten die Schmetterkünstler vom Zuckerhut rasch, nach nur 20 Minuten war der erste Satz weg. Dann hatten vor allem die Routiniers Stefan Hübner und Christian Pampel sowie später auch der eingewechselte Frank Dehne als Zuspieler einige starke Szenen gegen den Topfavoriten. "Ich bin nicht enttäuscht", meinte der 31-jährige Hübner: "Die haben uns absolut ernst genommen, extra zwei Stunden Videostudium gemacht und fast fehlerfrei gespielt. Für deren Ziel war das nach der verlorenen Frankreich-Partie überlebenswichtig."

Die jungen Außenangreifer Björn Andrae und Marcus Popp kamen dagegen nicht wie bei den vier Siegen zuvor zum Zuge. "Mit Hose voll hat das nix zu tun", verteidigte Moculescu: "Es ist eben eine andere Ballgeschwindigkeit, freilich macht sich da Erfahrung bemerkbar." In der Annahme taten sich seine Mannen gegen die wuchtigen Aufschläge und Raketen-Angriffe von Giba, Andre und Co. schwer. Zuspieler Simon Tischer konnte die eigenen "Hau-Draufs" so kaum richtig einsetzen. Bester Punktesammler war Pampel mit elf Zählern.

"Gewisse Müdigkeit

Kapitän Dehne erkannte auch eine "gewisse Müdigkeit" im Team. Man habe in den vier Partien zuvor immer bis zuletzt hart kämpfen müssen. Andrae: "Es war nicht leicht, ins Spiel zu kommen. Wir haben keinen Schiss gehabt, konnten aber nicht das Maximum bringen." Es habe auch nicht so viele gelungene Szenen gegeben, an denen man sich hätte "hochziehen" können. Brasiliens Coach Bernardo Rezende anerkannte aber die Gegenwehr: "Wir haben unsere bisher beste Leistung des Turniers zum Sieg gebraucht."

Moculescu schickte seine ausgelaugten Jungs nach der Partie zu einer leichten Einheit in den Kraftraum. Anschließend wurden die Koffer gepackt, am Donnerstagmorgen macht sich das Team optimistisch auf den Weg zur nächsten WM-Etappe nach Hiroshima. Andrae: "Wir denken weiter positiv. Es ist doch keine Schande, gegen Brasilien zu verlieren."

© SID

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