Volleyball WM
Deutsche Volleyballerinnen sind heiß auf Russland

Nach zwei WM-Siegen zum Auftakt strotzt das deutsche Volleyball-Team der Damen vor Selbstvertrauen. In Sapporo soll als nächstes der große Favorit Russland in die Knie gezwungen werden.

Optimismus pur im WM-Lager der deutschen Volleyball-Damen in Japan: "Wir haben die Chance, Russland, Aserbaidschan und auch Olympiasieger China zu schlagen", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti mit Blick auf die nächsten Begegnungen beschwörend zu seinen Spielerinnen: "Aber alle müssen dann 100 Prozent und nicht 80 bringen. Und wir müssen daran glauben, dass wir hier gegen alle gewinnen können."

Bei den Spielerinnen fand die Motivationsrede des Italieners auf dem Flur des Renaissance-Hotels von Sapporo große Zustimmung. Die langen Jahre der Ängstlichkeit sind nach den beiden 3:0-Siegen gegen die Dominikanische Republik und Mexiko endlich Vergangenheit, Verbands-Vize Götz Moser spricht den Traum des Teams von der ersten deutschen WM-Medaille sogar offen aus.

Teamarzt simuliert Russin Gamow

Die Spielerinnen widmeten sich nach dem freien Vormittag trotzdem lieber dem Videostudium des Olympiazweiten Russland, der am Freitag (8 Uhr MEZ/live in arena) nächster Gegner der deutschen Mannschaft ist. Im Training am Nachmittag musste der ergraute Teamarzt Paul Schmeing, immerhin zweimaliger Volleyballer des Jahres und über 160-facher Ex-Nationalspieler, die Angriffe der in jeder Hinsicht überragenden Russin Jekaterina Gamowa simulieren.

"Die Russen haben gewaltigen Respekt vor unserer Mannschaft und unserem Kampfgeist. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen, in Ehrfurcht zu erstarren", so Guidetti: "Wir müssen schnell spielen, der Block ist extrem wichtig." Der Italiener kennt das "beste Team aus unserer Gruppe" nicht nur vom Videostudium sehr gut, schließlich ist sein Landsmann Giovanni Caprara Cheftrainer der Russinnen. Beide Coaches trafen mit ihren Vereinen schon des öfteren aufeinander (Caprara: "Da habe ich nie verloren"), als Nationaltrainer gab es aber nur einen Vergleich. "Das war in diesem Jahr in Montreux. Da haben wir 3:1 gewonnen", erzählt Guidetti genüsslich. Das war kurz nach dem Start der akribischen Arbeit des 34-Jährigen, der in seinem halben Jahr als Bundestrainer den EM-Elften von 2005 zurück in die Weltspitze geführt hat.

"Glücksfall für die Mannschaft"

"Gio ist ein Glücksfall für die Mannschaft. Wir haben so hart gearbeitet wie nie und es hat trotzdem Spaß gemacht", so Teamkapitän Angelina Grün. Auch die bislang mit Abstand beste deutsche Punktesammlerin hat das neue Anspruchsdenken verinnerlicht und sorgt dafür, dass sich nach dem fast perfekten Auftakt niemand zurücklehnt. Schließlich werden die Resultate der kommenden drei Spiele wohl mit in die Zwischenrunde nach Osaka genommen. Grün: "So gesehen haben wir noch nichts erreicht. Es wäre schön, so viele Siege wie möglich mitzunehmen."

Falls die Überraschung gegen Russland nicht glücken sollte, macht sich Routinier Kerstin Tzscherlich keine Gedanken um die deutsche Mannschaft: "Das Team bricht nicht auseinander. Da sorgt der Trainer schon für." Schließlich folgen nach Meinung von Guidetti nach dem Russland-Spiel die etwas leichteren Aufgaben gegen Aserbaidschan und die "etwas müde wirkenden" Chinesinnen. Erst danach ist wieder Ausschlafen erlaubt - und "vielleicht die erste kleine Feier".

© SID

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