Volleyball WM
Deutschland verliert Zwischenrunden-Auftakt

Italien war für Deutschland zum Auftakt der WM-Zwischenrunde in Japan eine Nummer zu groß. Obwohl die Deutschen gut mithielten, setzten sich die Italiener am Ende mit 3:0 (23:25, 22:25, 16:25) durch.

Bei der WM-Endrunde haben die deutschen Volleyballer in ihrem ersten Spiel der Zwischenrunde gegen Europameister Italien eine Niederlage hinnehmen müssen. Das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu verlor in Hiroshima mit 0:3 (23:25, 22:25, 16:25) und hat in Pool F somit 4:4 Punkte. Chancen auf einen der ersten beiden Plätze in der Achter-Gruppe und somit den Einzug in das Halbfinale bestehen bei drei noch ausstehenden Partien nur noch theoretisch.

"Das war ein normales Ergebnis. Ich habe vor euphorischen Einschätzungen nach dem Sieg gegen Frankreich gewarnt, es geht im Volleyball nicht von Null auf 100", sagte Moculescu: "Wir haben diesmal unsere Möglichkeit nicht genutzt." Wenn man diese immer nutzen würde, dann wäre man schon Weltspitze. Aber, und das habe er immer wieder betont, so weit sei diese Mannschaft noch nicht. "Italien und Bulgarien spielen um den Titel. Wir spielen", sagte der 56-Jährige und holte tief Luft, "um zu lernen."

Der Olympia-Zweite Italien war am Samstag allerdings schlagbar, das hatten auch die deutschen Akteure gemerkt. "Das ist ärgerlich. Wir haben den Italienern das Spiel leicht geschenkt - den ersten und zweiten Satz müssen wir gewinnen", ärgerte sich Außenangreifer Björn Andrae: "Wir haben viele einfache Fehler gemacht, das war unnötig. Vielleicht waren wir unkonzentriert, vielleicht haben wir auch zu viel gewollt."

Bereits zu Beginn 7:1 Fehler

Aufgrund der zahlreichen Schwächen in Moculescus Team kam der Ex-Weltmeister nie richtig in Bedrängnis. Besonders Alessandro Fei (17 Punkte) war nicht zu bremsen. "Wir können ihn ja nicht killen", meinte Moculescu. Im ersten Abschnitt wurden von seinem Team beispielsweise gleich sieben Aufschläge verhauen, die Italiener leisteten sich nur einen Fehler. Moculescu waren zudem die Bälle auf Zuspieler Simon Tischer nach der Annahme zu ungenau.

"Wir hätten gewinnen können. Von vier Endspielen haben wir das erste also verbockt. Jetzt dürfen wir bloß nicht die Köpfe hängen lassen", sagte Kapitän Frank Dehne. Der 30-Jährige kam erst im dritten Satz für Zuspieler Simon Tischer, konnte dem Spiel trotz guter Aktionen jedoch keine Wende mehr geben. "Beim Stand von 8:14 ist es wirklich schwer, noch was zu machen", sagte er enttäuscht.

Deutsches WM-Comeback nach zwölf Jahren

Moculescu bezeichnete es als "Spekulation", ob ein früherer Tausch die Partie hätte kippen können. Die Italien-Profis Christian Pampel (14 Punkten) und Marcus Popp (12) schafften die beste Ausbeute. Routinier Stefan Hübner, ein weiterer von ingesamt fünf Italien-"Legionären" im deutschen Kader, hatte vor allem zu Beginn seines 175. Länderspieles starke Szenen im Block.

Die Aussichten auf ein gutes Abschneiden beim WM-Comeback nach zwölf Jahren sind für die deutsche Auswahl trotz der insgesamt zweiten Niederlage noch gut. Hinter Bulgarien (3:0 gegen Kuba/8:0 Punkte), Olympiasieger Brasilien (3:0 gegen die USA), Italien und dem Weltliga-Zweiten Frankreich (3:0 gegen Tschechien/alle 6:2) ist die Mannschaft des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) in der Achter-Gruppe F derzeit Fünfter.

Der Olympia-Vierte USA (2:6) sowie die sieglosen Tschechen und Kubaner folgen. Die USA am Dienstag und die Tschechen am Mittwoch sind die weiteren Gegner des DVV-Teams in Hiroshima. Die Ränge drei und vier (für Platz fünf bis 8) sowie fünf und sechs (Ränge neun bis 12) genügen für den Einzug in die Überkreuzvergleiche in Tokio. Die Plätze 1 und zwei für den Einzug ins Halbfinale sind für Moculescus Mannschaft nur noch theoretisch möglich.

© SID

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