Volleyball WM
DVV-Auswahl düpiert Olympiasieger China

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der WM in Japan für einen Paukenschlag gesorgt. Im letzten Vorrundenspiel schlug die DVV-Auswahl Olympiasieger China 3:1 und geht nun mit 4:2 Punkten in die Zwischenrunde.

Nach dem Matchball gab es im deutschen Lager kein Halten mehr: Die Spielerinnen sangen freudentrunken "So sehen Sieger aus", der Trainer hüpfte wie ein Ball durch die Halle von Sapporo und der Delegationschef hatte Angst um seine Haarpracht - Deutschlands Volleyballerinnen haben mit einem sensationellen Triumph gegen Olympiasieger China die Tür zur ersten WM-Medaille der Geschichte weit aufgestoßen. Die "Schmetterlinge" feierten mit 3:1 (20:25, 25:18, 25:21, 25:23) gegen den Weltranglistenersten einen historischen Sieg und nahmen 4:2 Punkte mit in den Flieger zur Zwischenrunde in Osaka.

"Das war einer der größten Tage in der Geschichte des deutschen Volleyballs. Das Ziel Platz acht ist in jedem Fall drin und die Erfüllung des Traums von der Medaille wieder ein bisschen realistischer geworden", sagte Delegationschef Götz Moser.

"Ein Bier darf jede Spielerin trinken, eine Pizza ist okay, aber die kleine Party wird noch am Abend beendet. Jetzt wollen wir mehr, das Mindestziel Platz acht ist absolut drin´, meinte Giovanni Guidetti streng. Der italienische Erfolgscoach verriet nach dem 100 Minuten langen Nerventhriller auf höchstem Niveau, dass er traurig sei, kein Deutscher zu sein: "Vom Spirit her ist das die beste Mannschaft der Welt."

Tatsächlich steigerte sich das Team einen Tag nach dem souveränen 3:0 (27:25, 25:18, 25:20) gegen den EM-Vierten Aserbaidschan noch einmal und feierte den nie erwarteten vierten Sieg im fünften WM-Vorrundenspiel. Bei der einzigen Pleite gegen den Olympiazweiten Russland (1:3) hatte nur ein Hauch zur Sensation gefehlt.

Grün sieht Team "auf Augenhöhe mit der Weltspitze

"Diesmal haben wir gnadenlos zugepackt, mit diesem Sieg sind wir auf Augenhöhe mit der Weltspitze. Ich habe noch nie gegen China gewonnen", meinte die mit 25 Zählern auch im fünften Spiel punktbeste Angelina Grün nach dem ersten WM-Sieg gegen China seit zwölf Jahren: "Die Freude ist so groß, als hätten wir schon einen Titel gewonnen." Mit einem krachenden Angriffsschlag verwandelte der Kopf des Teams den ersten Matchball, ehe sie im Jubelknäuel verschwand. Chinas völlig konsternierte Zuspielerin Kun Feng flüchtete derweil mit einem Weinkrampf aus der Pressekonferenz.

Nach dem 0:1-Satzrückstand hatten sich die "Schmetterlinge" vor allem dank ihres beeindruckenden Kampfgeists in der Blockabwehr mit der starken Christiane Fürst (21) zurückgekämpft. Die deutsche Mauer stand, und im Angriff baute die erneut herausragende Zuspielerin Kathleen Weiß (22) ein sehr variables Spiel auf. Im vierten Satz behielt die Mannschaft dann eisern die Nerven, ehe die Emotionen nur so herausbrachen.

© SID

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