Volleyball WM
DVV-Herren nach Sieg über USA auf Rang neun

Mit einem 3:2-Sieg über die USA haben die deutschen Volleyball-Herren die Weltmeisterschaft in Japan beendet. Zum Abschluss belegte die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu damit den neunten Platz.

Ausgelassener Jubel bei den deutschen Volleyballern: Die Spieler hüpften über das Feld, klatschten sich ab und Bundestrainer Stelian Moculescu küsste seinen Jungs auf die Wangen - Stefan Hübner und Co. gewannen zum WM-Abschluss in Tokio ihr Platzierungsspiel gegen den Olympiavierten USA mit 3:2 (25:17, 25:18, 25:27, 20:25, 17:15) und bejubelten den neunten Rang wie eine Medaille. Kapitan Frank Dehne meinte: "Jetzt machen wir Party, Party und nochmal Party." Ein besseres Abschneiden einer deutschen Herren-Auswahl hatte es letztmals vor 32 Jahren gegeben, die DDR belegte 1974 als Titelverteidiger den 4. Rang.

"Wir haben uns in der Volleyball-Welt Respekt verschafft. Erstmals seit ganz langer Zeit sind die deutschen Männer bei einer WM vor den Frauen, das tut den Burschen gut", sagte der 56-jährige Moculescu und schob schnell nach: "Das war natürlich nur ein Scherz. Aber ich freue mich riesig, bin nach den vielen Nackenschlägen in sieben Jahren glücklich und gratuliere dem Team für eine sehr gute WM." Die Damen hatten zuvor in Japan mit dem elften Platz die großen Erwartungen nicht erfüllt.

"Völlig überwältigt"

An der Reaktion von Angreifer Marcus Popp war ablesbar, welch großer Druck auf dem Team beim WM-Comeback nach zwölf Jahren gelastet hatte. Der 25-Jährige wischte eine Träne aus dem Augenwinkel und sagte mit zitternder Stimme: "Ich bin völlig überwältigt, unglaublich - wir gehören zu den neun besten Teams der Welt." Innerhalb von 18 Tagen hatten die WM-Neulinge in elf Spielen immerhin sechs Siege gefeiert.

Team-Oldie Ralph Bergmann konnte das "Riesending" kaum fassen und war trotz der verpassten 50 000 Dollar Prämie für den besten Blockspieler des Turniers glücklich. "Wir haben uns diesen Rang vor zwei Monaten heimlich in der Mannschaftssitzung als Ziel gesetzt und uns zwischendurch manchmal für ein wenig verrückt erklärt", sagte der 36-Jährige und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Ob wir uns eine EM-Medaille vornehmen, das entscheiden wir erst bei der nächsten Sitzung." Er selbst müsse mit seiner Familie besprechen, wie lange er noch dabei bleibt.

Die EM-Endrunde im September 2007 und die möglicherweise in Düsseldorf stattfindende Olympia-Qualifikation Anfang 2008 sind die nächsten großen Aufgaben. Das Aufrücken in die zweite Förderstufe mit 50 000 Euro pro Jahr mehr für den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und die mindestens zehn gutgemachten Plätze in der Weltrangliste helfen auf dem Weg nach Peking. Nach der entspannten "Lehrstunde" beim Finale Brasilien gegen Polen und einer anschließend anstrengenden Nacht stand aber am Montagmittag erst einmal der Heimflug über Mailand an.

Moculescu sieht Steigerungspotential

"Wir müssen in kleinen Schritten weiterarbeiten", resümierte Moculescu und sieht noch Steigerungspotential: "Die Jungs haben diesmal schon an den Rängen fünf bis acht gekratzt, zu zaghaft, sie haben noch kleine Nägel. Aber alle Spieler gehen nach dieser Erfahrung mit Ideen nach Hause, was sie noch verbessern können. Sie haben gesehen, was die Besten mit dem Ball machen, das wollen wir jetzt nachmachen."

Beim ersten Sieg seit zehn Jahren gegen die US-Amerikaner waren die Stärken und Schwächen sichtbar gewesen. Mit starken Aufschlägen, mit Bergmann und Stefan Hübner am Netz sowie großem Kampfgeist in der Abwehr gab der Weltranglisten-32. den Ton an, hatte im dritten Abschnitt den ersten Matchball. Der wurde vergeben und der Satz noch mit 25:27 verloren. Plötzlich misslang fast alles - 2:2. Vor allem Routinier Hübner leitete die neuerliche Wende ein, nach 155 Minuten blockte er dann den vierten Matchball zum 17:15 ins Feld. Christian Pampel (20 Punkte) und Popp (19) waren die besten Punktesammler.

© SID

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