Volleyball WM
DVV-Herren wollen nun in die Top Ten

Für Bundestrainer Stelian Moculescu beginnen bei der Volleyball-WM in Japan nun "die wirklich wichtigen Spiele". Gegen den Olympiavierten USA am Dienstag und Tschechien am Mittwoch geht es um einen Platz in den Top Ten.

Für die deutschen Volleyballer kommt nach der verpatzten Medaillen-Kür wieder die Pflicht. Nach drei Niederlagen gegen Titelkandidaten muss das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu bei der WM-Endrunde in Japan nun den Olympiavierten USA am Dienstag (5.00 Uhr MEZ) oder den EM-Neunten Tschechien am Mittwoch (7.00) bezwingen, um den Überkreuzvergleich für die Ränge neun bis zwölf in Tokio sicher zu erreichen.

"Das sind die wirklich wichtigen Spiele", sagt Moculescu und meint: "Wir können zuversichtlich sein, diese zu gewinnen - und dann bin ich zufrieden." Bei zwei Pleiten jedoch droht die vorzeitige Abreise. Die Chancen auf einen weiteren Image-Gewinn und wichtige Einnahmen für den klammen Deutschen Volleyball-Verband (DVV) wären dann vertan. Rang elf würde dagegen den Aufstieg von der niedrigsten in die zweite Förderstufe bedeuten und ist nun das Maß aller Dinge.

"Wir sind auch nächstes Jahr nicht in der Weltliga dabei"

Von Halbfinal-Träumereien beim WM-Comeback nach zwölf Jahren hielt der Bundestrainer ohnehin nichts, der von ihm für realistisch gehaltene Aufstieg "unter die besten Acht" von Platz 32 der Weltrangliste in die absolute Spitze brauche seiner Meinung nach vor allem Zeit. "Wenn du im eigenen Saft schmorst, im Sommer nur gegen Haubentaucher spielst, geht es aber nicht", so Moculescu und legte den Finger in die Wunde: "Wir sind auch nächstes Jahr nicht in der Weltliga dabei." Konkret gearbeitet werden müsse an der Technik, den Zuspielen nach der Annahme habe gegen die Elite die Präzision gefehlt. Auch beim Aufschlag gibt es Nachholbedarf: "Mit Einwürfen brauchst du gegen die Top-Teams nicht zu kommen."

DVV-Präsident Werner von Moltke erwartet nun "einen engagierten Kampf um jeden Platz". Er spürt in der Heimat eine positive Stimmung im Umfeld, liebäugelt für weitere Verhandlungen mit Sponsoren mit einer wohlklingenden Top-Ten-Platzierung. Eine Teilnahme in der Weltliga werde vor 2009 aber nicht machbar sein. Dem rührigen Verbandsboss würde die höhere Förderstufe einige Sorgen abnehmen: Mehr Geld und Unterstützung für Projekte in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2008 vom Bundesinnenministerium (BMI) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) wären die zählbare Folge und würden die Qualifikation für Peking erleichtern.

Moculescu sieht "ein großes Potenzial"

Seinen Burschen jedenfalls bescheinigt der 56-jährige Moculescu, der 1999 das Amt "für ein Butterbrot" neben seinem Job als Coach beim VfB Friedrichshafen übernahm, "ein großes Potenzial". Die seien alle jung, könnten noch fünf Jahre Volleyball spielen. Lediglich der 36-jährige Ralph Bergmann sei über den Zenit. Weiterhelfen könnte in den nächsten Jahren vielleicht auch noch der gebürtige Ungar Georg Grozer junior, diesbezüglich müssen aber noch einige Formalitäten geklärt werden. Der 22-jährige Sohn von "Hammer-Schorsch" Grozer spielt als Kapitän beim Moerser SC auf verschiedenen Positionen.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Entscheidend ist zunächst der Einzug in die Platzierungsspiele am kommenden Wochenende in Tokio. Die USA (2:8 Punkte) und Tschechien (0:10) sind die direkten Rivalen der Deutschen (4:6). "Ich wünsche, dass die Männer mehr Glück haben als die Frauen", drückt auch der Ligavorsitzende Michael Ewers die Daumen. Die Damen hatten ihre Nerven nicht im Griff, mussten sich am Ende mit dem für sie wenig berauschenden 11. Rang zufrieden geben.

© SID

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