Volleyball WM
DVV-Team ringt Puerto Rico nieder

Deutschlands Volleyballerinnen haben bei der WM ihren ersten Sieg in der Zwischenrunde eingefahren. Gegen Puerto Rico feierte das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti einen mühsamen 3:0 (25:23, 25:22, 25:22)-Erfolg.

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft in Japan ihre Chance auf einen Platz unter den besten acht gewahrt. Das DVV-Team fuhr am Donnerstag den ersten Sieg in der Zwischenrunde ein. Die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti feierte einen mühsamen 3:0 (25:23, 25:22, 25:22)-Pflichterfolg gegen Außenseiter Puerto Rico. Damit hat das deutsche Team als Dritter 6:4 Punkte auf dem Konto, nachdem es 24 Stunden zuvor trotz eines Matchballs eine 2:3-Pleite gegen die Niederlande gegeben hatte. Theoretisch haben die deutschen Damen somit weiterhin die Chance auf eine Medaille.

"Wir haben plötzlich alle Angst"

"Ich bin nur heilfroh, dass wir gewonnen haben. Wir zittern bei jedem Ball und haben plötzlich alle Angst, etwas falsch zu machen. Zum Glück haben wir jetzt einen Ruhetag", erklärte Libero Kerstin Tzscherlich. Birgit Thumm verwandelte nach 89 Minuten voller unnötiger Fehler in Osaka mit einem Heber den zweiten Matchball, dann fielen sich die "Schmetterlinge" erleichtert in die Arme und die grippekranke Spielführerin Angelina Grün sank wenig später erschöpft ins Bett.

"Schlecht gespielt, aber gewonnen. Das ist gut für die Seele. Unsere Probleme sind eindeutig Kopfsache", erklärte Chefcoach Giovanni Guidetti: "Nach dem Sieg gegen China haben sich die Spielerinnen wie Gott gefühlt, dann kam der Absturz. Wir müssen endlich unser Selbstbewusstsein wiederfinden."

Ein Sieg aus den ausstehenden Spielen gegen Brasilien am Samstag und die USA am Sonntag (jeweils sechs Uhr MEZ/live in arena) dürfte das Ticket für die Spiele um die Plätze fünf bis acht garantieren, mit zwei Erfolgen und Schützenhilfe ist sogar weiter das Halbfinale drin.

Doch der Gedanke an die mögliche Sensation lähmt die Mannschaft nach der grandiosen Vorrunde. "Vorher hat niemand etwas von uns erwartet, und dann wurde plötzlich von einer Medaille gesprochen. Die Mädels waren plötzlich zum ersten Mal in ihrem Leben Berühmtheiten", so Guidetti.

Guidetti erstmals laut

Das ist offensichtlich noch zu viel für die junge Mannschaft, denn gegen das technisch unterlegene Team von Puerto Rico wackelten Annahme, Angriff und Zuspielerin Kathleen Weiß. Beim Stand von 15:18 im zweiten Satz wurde Guidetti in einer Auszeit erstmals bei dieser WM laut und tippte sich als Zeichen für die nervlichen Probleme seiner Frauen immer wieder wütend an den Kopf.

Danach brachte die Mannschaft den Erfolg dank 14 Punkten von Grün, Thumm und Christiane Fürst immerhin ohne Satzverlust über die Bühne. "Wir haben uns selbst mit dem Gedanken an die Medaille unter Druck gesetzt. Vieleicht müssen wir einfach mal einen trinken gehen", meinte Tanja Hart danach.

"Hauptsache, die Mannschaft findet sich wieder

Guidetti fordert von seiner Mannschaft, dass sie wieder so intensiv spielt wie in der Vorrunde in Sapporo: "Es ist mir völlig egal, ob wir gegen Brasilien gewinnen oder verlieren. Hauptsache, die Mannschaft findet sich wieder, denn nur so haben wir eine Chance im Schlüsselspiel gegen die USA."

© SID

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