Volleyball WM
DVV-Team will Niederlande aus dem Weg räumen

Bei der WM in Japan müssen sich die deutschen Volleyballerinnen am Mittwoch mit dem Team der Niederlande auseinandersetzen. "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, ist alles möglich", sagte Trainer Giovanni Guidetti.

Die deutschen Volleyballerinnen sollen am Mittwoch (6 Uhr MEZ/live in arena) den ersten Schritt in Richtung WM-Gipfel in Japan machen. Dann steht das erste Zwischenrundenspiel gegen die Niederlande auf dem Programm.

Dazu malte Nationalcoach Giovanni Guidetti seinen Spielerinnen einen Berg auf sein Trainerbrett. "Wir sind jetzt schon ein paar Schritte gegangen, die uns niemand zugetraut hat. Aber wir haben noch nichts erreicht und ein großes Ziel vor Augen."

"Bei einem Sieg ist alles möglich"

In der letzten Trainingseinheit am Dienstag im Osaka Muncipal Gymnasium simulierte der Coach trotz seiner limitierten Körpergröße von 1,78 Meter selbst die Angriffe der Holländerinnen. "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, ist der Weg offen. Dann ist alles möglich", so Guidetti mit Blick auf die folgenden Matches gegen Puerto Rico, Topfavorit Brasilien und Vizeweltmeister USA. Immer wieder hat er seinen Mädels gepredigt, dass sie jedes Team der Welt schlagen können - spätestens seit dem Triumph gegen Olympiasieger China glauben alle daran.

"Wenn man mich mit Jürgen Klinsmann vergleicht, weil ich einen Traum habe und versuche, ihn umzusetzen, dann stimmt das. Aber ich kenne Klinsmann nicht persönlich", so Guidetti: "Außerdem stehe ich im Hintergrund und die Spielerinnen im Mittelpunkt." Das allerdings ist höchstens während der Spiele richtig, denn in dem halben Jahr seit seinem Amtsantritt hat es der begabte Motivator geschafft, aus dem unsicheren Vorletzten der Europameisterschaft eine selbstbewusste Weltklassemannschaft mit einem einmaligen Teamgeist zu formen.

Guidetti will bis 2010 bleiben

Der Deutsche Volleyball-Verband will "den Typen, der mich an Klinsmann erinnert" (Verbandschef Werner von Moltke) auf jeden Fall bis nach Olympia 2008 verpflichten. "Und zwar mit Plan B, das bedeutet 183 Tage im Jahr. Mehr können wir uns finanziell nicht leisten. Er wäre dann für den gesamten Frauenbereich bis zur Nachwuchsausbildung verantwortlich", so Vizepräsident Götz Moser in Osaka.

Obwohl er dann weniger als bisher verdienen würde - seinen Job als Vereinstrainer beim italienischen Topklub Chieri will "Gio" nach der kommenden Saison im Frühjahr 2007 aufgeben - möchte der auch von anderen Teams umworbene Guidetti die Offerte gern annehmen. "Ich bin sehr stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein. Ich möchte allerdings einen Vertrag bis nach der Weltmeisterschaft 2010", so Guidetti zum Sport-Informations-Dienst (sid).

Er will mehr Zeit für die Erfüllung seines Traums, "irgendwann mal Weltmeister oder Olympiasieger" zu werden. Im Land des Weltmeisters Italien war der Spross einer der berühmtesten Trainerfamilien schon zweimal Coach des Jahres, nachdem er seine eigene Karriere in der dritten Liga und im Beachvolleyball ("Da habe ich viele Schinken und Salami gewonnen") zeitig beendet hatte. Er betreute zahlreiche italienische Topteams, war Co-Trainer des italienischen Nationalteams, Chef in Bulgarien - aber so gut wie bei der deutschen Auswahl hat es ihm nirgends gefallen.

"Manchmal wäre ich gern Deutscher"

"Die haben den besten Spirit der Welt. Manchmal wäre ich gern Deutscher. Immerhin hat meine Freundin deutsche Eltern", meint Guidetti grinsend. Die Spielerinnen jedenfalls mögen den knallharten und zugleich witzigen Mann - obwohl er sie mit sechs Stunden Training schindet wie keiner zuvor.

"Er ist ein Glücksfall für den deutschen Volleyball", sagt Kapitän Angelina Grün. Atika Bouagaa ist ebenfalls begeistert: "Er hat es trotz der harten Arbeit geschafft, dass wir mit Spaß zu jedem Training gehen. Wir wollen ihm hier bei der WM auch etwas zurückgeben." Am liebsten natürlich eine Medaille.

© SID

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