Volleyball WM
Guidetti will die Kirsche auf dem Kuchen

Die deutschen Volleyballerinnen treffen bei der WM in der Finalrunde auf die Türkei, danach geht es gegen Serbien oder Italien. Bei zwei Siegen winkt der fünfte Platz.

Die beste WM-Platzierung seit 16 Jahren ist längst perfekt, doch der Siegeshunger der deutschen Volleyball-Frauen noch lange nicht gestillt. "Wir haben jetzt schon den Kuchen. Jetzt wollen wir auch die Kirsche obendrauf", sagt Bundestrainer Giovanni Guidetti. Der Italiener fordert am Samstag einen Sieg gegen die Türkei und einen Tag später zum Abschluss einen Erfolg gegen Serbien oder Italien.

Man könne jetzt Fünfter werden, und das wolle man auch nutzen, meint Guidetti. Zuletzt schaffte eine deutsche Auswahl WM-Platz fünf 1994. Nun ist jeder Sieg in der Finalrunde in Tokio im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2012 in London wichtig, denn dadurch machen die momentan in der Weltrangliste auf Rang 15 notierten Schmetterlinge weiter Boden gut. Damit winkt in der Qualifikation eine deutlich bessere Ausgangslage.

DVV-Team am Limit

Der große Druck auf Kapitän Christiane Fürst und Co. ist allerdings weg. Motivationskünstler Guidetti muss vor dem Match gegen die Türkei dennoch nicht tief in die Trickkiste greifen. "Das ist das geringste Problem. Wenn ich überhaupt eine kleine Sorge habe, dann ist es die Fitness", sagt der 38-Jährige. Sein Team habe jedes der bisher neun Matches am Limit gespielt.

Versagt der Körper, muss eben wie schon oft in dem Turnier der Kampfgeist das deutsche Team zum Sieg tragen. Den werden sie gegen die Türkinnen ohnehin brauchen. Das Team vom Bosporus hat in Neslihan Darnel die alles überragende Angreiferin dieser WM auf seiner Seite.

Bereits 208 Punkte erzielte die einst von Guidetti trainierte Türkin. Die 20 000 Dollar Prämie für die meisten Punkte dürften ihr kaum noch zu nehmen sein. "Sie ist 60 Prozent des Teams. Aber wenn wir die anderen ausschalten, kann sie ruhig 30 Punkte machen", meint Guidetti. Deutschlands Angriffsstar Margareta Kozuch brachte es bisher auf 145 Punkte.

Schlechte Erinnerungen an die Türkei

Hinzu kommen schlechte Erinnerungen an die Türkei aus der Vorbereitung. Dreimal in Serie verlor das Team im Oktober in Münster, Bremen und Paderborn. "Aber da haben wir gespielt wie im Training und sie wie bei einer WM. Das spielt also gar keine Rolle", sagt Guidetti.

Der Erfolgstrainer dürfte wie sein Team die Tage bis zum Ende des Turniers zählen. Die stressige WM an drei Spielorten mit elf Spielen in nur 16 Tagen machen auch ihm zu schaffen. Anmerken lässt es sich der kleine Italiener freilich nicht. Wie eh und je ist er zu Scherzen aufgelegt und geht keiner Plauderei mit Trainerkollegen aus dem Weg.

Am liebsten wäre Guidetti wohl ein Spiel um Platz fünf gegen seine Landsleute aus Italien. Dann könnte man noch in Japan Revanche für das unglückliche 1:3 in der Zwischenrunde nehmen, das letztlich die Teilnahme am Halbfinale gekostet hatte.

© SID

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