Volleyball WM
Hübner soll "junge Wilde" zum Erfolg führen

Mit Nationalmannschafts-Rückkehrer Stefan Hübner als Leitfigur wollen die deutschen Volleyball-Männer in der WM-Zwischenrunde in Japan heute gegen Italien und am Sonntag gegen Bulgarien ihren Höhenflug fortsetzen.

Die deutschen Volleyball-Männer sind bei der Weltmeisterschaft in Japan auf einem unverhofften Höhenflug. Dass das auch in den ersten Spielen der Zwischenrunde gegen den Olympiazweiten Italien heute (10.00 Uhr MEZ) und den Weltliga-Vierten Bulgarien am Sonntag (7.00) so bleibt, soll Rückkehrer Stefan Hübner garantieren. Der 31-Jährige hat nach vielen Verletzungen und missglücktem Ausflug zu den Beachern die Führungsrolle übernommen.

"Wir müssen unser bisheriges Level halten, dann haben wir eine Chance", meinte der 174-malige Nationalspieler. Im Abschlusstraining in Hiroshima korrigierte er den erst 24 Jahre alten Zuspieler Simon Tischer mehrfach, gab ihm wichtige Hinweise - eine Szene mit Symbolcharakter. Bundestrainer Stelian Moculescu ist froh, "das Alpha-Tier wieder im Boot zu haben."

Italien-Profi Hübner rührt im Block Zement an

Die in Hiroshima zuerst auf das deutsche Team wartenden Italiener - Hübner steht nach seinem Comeback im Sommer wieder bei Trentino unter Vertrag - nennen den Mittelblocker ehrfurchtsvoll "il muratore" - der Maurer. Der Zwei-Meter-Mann selbst will seine Rolle nicht überbewerten. Auch er habe Höhen und Tiefen in einem Match, sieht die Stärke darin, dass für Sieg oder Niederlage "nicht nur zwei Leute entscheidend sind". Das Selbstvertrauen des gesamten Teams sei mit vier Siegen gewachsen, nun müsse man bestätigen, dass der Superstart keine "Eintagsfliege" gewesen sei.

Für Hübner und Moculescu ist die WM ohnehin nur Zwischenetappe zu Olympia in Peking 2008. Aber eine enorm wichtige, weiß Hübner. Eine Medaille halte er für realitätsfremd. Es gehe um Punkte für die Weltrangliste, Turniererfahrung, die Entwicklung dieser Mannschaft. "Ein Stück sind wir auf dem Weg zum Olympia schon vorangekommen", freut er sich. Möglichst will er die Reise nach China gemeinsam antreten mit Freundin Angelina Grün, Kapitän des auf Rang elf gelandeten Damen-Teams: "Von so einem Familienausflug träumen wir."

Olympia in Peking als Höhepunkt

Peking soll zwar Höhepunkt, aber nicht Karriereende sein. "Ich spiele, solange mich die Beine tragen", meint der viermalige deutsche Volleyballer des Jahres in seinem zweiten Frühling. Nach Patellasehnenanriss, Bandscheibenproblemen und Ermüdungsbrüchen in den Schienbeinen hatte er im Juli 2005 die Karriere beendet. Tränen seien ihm da manchmal ins Gesicht geschossen, so Hübner. Wenig später startete er einen Versuch beim Gelenke schonenderen Beachvolleyball, sein Partner Thomas Kröger fiel aber häufig verletzt aus, und die Halle fand er irgendwie prickelnder.

Erst im Juni hatte sich Hübner, der später einmal als Trainer arbeiten möchte, bei Moculescu zurückgemeldet. In den Tagen zuvor hatte er zur Sicherheit Röntgenbilder der lädierten Schienbeine anfertigen lassen, die Ärzte gaben "grünes Licht". Nun lässt er schon mal ein paar Sprungeinheiten aus. Angst habe er keine, so Hübner: "Mir ist schon so viel passiert." Kröger brachte er als Libero gleich zur Auswahl mit, dort bestritt dieser bislang erst 16 Länderspiele. "Von einem Mann wie Hübner kannst du in jeder Situation lernen", weiß der 27-Jährige.

Auch aus der unbestechlichen Expertensicht zeigt Hübner am Netz absolute Weltklasse. Bernd Zimmermann vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) erklärt: "Vorahnung über gegnerischen Spielzug, eigene Entscheidung und motorisches Umsetzen - einfach stark. Seine Spielwerte sind Weltklasse. Sein überragendes Auge ist aber nicht messbar." Im aktuellen Ranking bei der WM-Endrunde steht er auf Position fünf in der Wertung der besten Blockspieler.

© SID

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