Volleyball WM
Russland holt WM-Titel, DVV-Damen auf Platz elf

Die russischen Damen sind nach einem 3:2-Finalsieg gegen Brasilien neuer Volleyball-Weltmeister. Den dritten Platz holte sich Serbien und Montenegro, Deutschland tröstete sich nach einem 3:0 über Taiwan mit Rang elf.

Die weltbesten Volleyballerinnen kommen aus Russland. In einem hochklassigen WM-Finale im japanischen Osaka besiegte das Team des italienischen Trainers Giovanni Caprara Brasilien mit 3:2 (15:25, 25:23, 25:18, 20:25, 15:13). Für Russland war es der erste WM-Titel, der Vorgängerstaat Sowjetunion ist mit sechsmal Gold Rekordchampion. Bronze gewann das Überraschungsteam von Serbien und Montenegro mit einem 3:0 (25:22, 25:22, 25:21) gegen den entthronten Titelverteidiger Italien.

Als Russlands Volleyballerinnen mit Gold um den Hals und einer Prämie von einer Million Dollar in der Tasche durch die Halle tanzten, schaute das deutsche Team auf der Tribüne traurig zu. Platz elf war die magere Ausbeute nach dem 3:0 (25:15, 25:19, 25:15) im Platzierungsspiel gegen Taiwan und einer Weltmeisterschaft im Wechselbad der Gefühle. Als kleinen Trost gab es am Ende in Osaka immerhin 50 000 Euro für Christiane Fürst als beste Blockerin des Turniers.

Grün will Wut mitnehmen

"Unfassbar, das ist wenigstens ein schönes Ende dieser Weltmeisterschaft. Zu verdanken habe ich das der Mannschaft. Deshalb wird das Geld auch ein bisschen verteilt", erklärte Fürst vor dem italienischen Essen zum WM-Abschied. Angelina Grün zog ein weniger gutes Fazit: "Die WM war lehrreich und auch sehr bitter. Diese innere Wut, eine große Chance verpasst zu haben, nehmen wir mit nach Hause für den Angriff im nächsten Jahr."

Mit 25 Punkten war sie auch im elften deutschen WM-Spiel - als Gesamtbilanz stehen sechs Siege und fünf Niederlagen - die herausragende Spielerin. Die deutsche Spielführerin verpasste die 75 000 Dollar für die beste Punktesammlerin des Turniers nur um fünf Zähler gegen die Türkin Neslihan Darnel.

Den großen Jackpot allerdings knackten Russlands Frauen. Kurz nach dem verwandelten Matchball der 2,02-m-Riesin Jekaterina Gamowa rief der russische Präsident Wladimir Putin persönlich an. Vielleicht gibt es noch mehr Geld als die vom Verband ausgelobte Million als Prämie für das erste WM-Gold seit 16 Jahren.

Die Verpflichtung des italienischen Startrainers Giovanni Caprara hat sich jedenfalls bereits ausgezahlt. Die beste WM-Spielerin Jelena Sokolowa drehte im fünften Satz einen 11: 13-Rückstand fast im Alleingang noch um und beförderte die russischen Riesinnen nach sechsmal Gold für die Sowjetunion auf den Volleyball-Thron zurück.

Russland ist wieder Nummer eins der Volleyball-Welt

"Es war schwierig, in Russlands Volleyball das alte System zu durchbrechen", erklärte Caprara, ehemaliger Trainer von Angelina Grün in Bergamo: "Aber jetzt ist das Land wieder die Nummer eins der Volleyball-Welt." Die nervenschwachen Brasilianerinnen, die das erste Duell in der Zwischenrunde noch mit 3:1 gegen Russland gewonnen hatten, verpassten erneut ihren ersten großen Titel.

"Gold gewonnen hat das Team mit dem besten Angriff. Genau das ist das Manko unseres Spiels", kommentierte Bundestrainer Giovanni Guidetti. Sein Team hatte Russland beim 1:3 in der Vorrunde an den Rand einer Niederlage gebracht.

Das deutsche Team verpasste trotz des grandiosen Sieges gegen Olympiasieger China das angepeilte Ziel Platz acht und damit 50 000 Euro mehr an Fördergeldern. "Ein kleines Stück Glück und ein kleines bisschen Nervenstärke haben uns gefehlt. Aber wir hatten das jüngste WM-Team. Deutschland sollte nach dem frühen Aus bei Olympia und dem vorletzten Platz bei der EM glücklich über diese Platzierung sein", meinte Guidetti. Er will in jedem Fall Bundestrainer bleiben - Anfang Dezember soll der Vertrag unterschrieben werden.

© SID

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